Philosophie

Der Buddha (Siddhartha Gautama)

सिद्धार्थ गौतम (Sanskrit) · Siddhattha Gotama (Pali) · Śākyamuni

um 563–400 v. Chr. · Magadha (Bodh Gaya)

In einem Satz

Der Buddha war ein Lehrer im alten Indien. Er suchte einen Weg aus dem Leiden und lehrte, dass Menschen dauerhaften inneren Frieden finden können, wenn sie ihren Geist verstehen und freundlich, ehrlich und achtsam leben.

Der Buddha (Siddhartha Gautama)
Bild: พระมหาเทวประภาส วชิรญาณเมธี (ผู้ถ่าย-ปล่อยสัญญาอนุญาตภาพให้นำไปใช้ได้เพื่อการศึกษาโดยอยู่ภา่ยใต้ cc-by-sa-3.0) ผู้สร้างสรรค์ผลงาน/ส่งข้อมูลเก็บในคลังข้อมูลเสรีวิกิมีเดียคอมมอนส์ - เทวประภาส มากคล้าย · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Beginnen Sie oben mit einer einfachen Einführung. Weiter unten finden Sie mehr Details und Forschungsergebnisse.

  • Einfach
  • Mittel
  • Fortgeschritten

Für junge Leser

Vor etwa 2.400 bis 2.500 Jahren wurde im Norden Indiens, nahe den Bergen Nepals, ein Junge namens Siddhartha geboren. Seine Familie gehörte zu den angesehenen Familien der Shakya. Alte Geschichten erzählen, dass sein Vater ihn glücklich halten wollte. Er gab ihm Paläste, schöne Kleidung und Musik, damit er nichts Trauriges sah.

Als Siddhartha älter wurde, verließ er laut diesen Geschichten den Palast. Dabei sah er vier Dinge, die er noch nie gesehen hatte: einen sehr alten Mann, einen kranken Mann, einen toten Menschen und einen ruhigen Wandermönch, der auf seinen Besitz verzichtet hatte. Siddhartha verstand: Alle Menschen werden alt, können krank werden und sterben. Das gilt auch für Prinzen. Er wollte herausfinden, warum Menschen leiden und ob sie frei davon werden können.

Mit etwa 29 Jahren verließ er sein Zuhause und zog umher, um Antworten zu suchen. Jahrelang probierte er sehr schwere Übungen aus. Er aß zum Beispiel fast nichts. Davon wurde er aber nur schwach. Dann wählte er einen „Mittleren Weg“: weder zu viel Bequemlichkeit noch zu viel Härte. Eines Nachts setzte er sich unter einen großen Feigenbaum und meditierte. Er beobachtete ruhig seine Gedanken. Buddhisten glauben, dass er am Morgen die Wahrheit erkannt hatte. So wurde er zum „Buddha“. Das bedeutet „der Erwachte“.

In den nächsten 45 Jahren ging er von Ort zu Ort und lehrte alle, die ihm zuhören wollten: reiche und arme Menschen, Männer und Frauen. Er sagte, dass wir unglücklich werden, wenn wir Dinge zu sehr haben wollen. Wir können freier werden, wenn wir freundlich sind, die Wahrheit sagen, Lebewesen nicht verletzen und lernen, ruhig und klar zu denken.

Der Buddha starb, als er ungefähr 80 Jahre alt war. Seine Anhänger merkten sich seine Lehren und schrieben sie später auf. Heute folgen weltweit Hunderte Millionen Menschen dem Buddhismus. Statuen des friedlich sitzenden Buddha gibt es von Sri Lanka und Thailand bis nach China, Korea und Japan.

Auf einen Blick

Lebensdaten
Unsicher. Traditionelle „lange Chronologie“: ca. 563–483 v. Chr.; viele heutige Forscher setzen seinen Tod um 400 v. Chr. an (Lebenszeit ca. 480–400 v. Chr.).
Geburtsort
Lumbini im heutigen Süden Nepals (der Überlieferung zufolge; eine Inschrift Ashokas belegt den Ort als Pilgerstätte)
Volk
Die Shakya (Śākya), eine von einem Rat führender Männer geleitete Gemeinschaft am Fuß des Himalaya
Erwachen
Unter einem Pipalbaum (einem Feigenbaum) in Bodh Gaya, in Magadha (heute Bihar, Indien), im Alter von etwa 35 Jahren
Erste Lehrrede
Im Hirschpark von Sarnath bei Varanasi
Tod
In Kushinagar (Kusinārā), im Alter von etwa 80 Jahren; Buddhisten nennen dieses Ereignis Parinirvana
Namen und Titel
Siddhartha Gautama; Shakyamuni („Weiser der Shakya“); Tathagata („der So-Gegangene“); Buddha („der Erwachte“)
Lehren
Vier Edle Wahrheiten, Edler Achtfacher Pfad, Mittlerer Weg, Nicht-Selbst, Vergänglichkeit, bedingtes Entstehen

Einfach

Wer war der Buddha?

„Buddha“ ist kein Name, sondern ein Titel. Er stammt von einem Wort aus dem Sanskrit und dem Pali, das „erwacht“ bedeutet. Buddhisten verwenden ihn für jemanden, der die Wahrheit über Leiden und Befreiung selbst vollständig erkannt hat und sie anderen lehrt. Wenn Menschen von „dem Buddha“ sprechen, meinen sie gewöhnlich den Buddha unseres Zeitalters: Siddhartha Gautama (auf Pali: Siddhattha Gotama). Er lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. oder vielleicht etwas früher in Nordindien.

Nach dem Volk, dem er angehörte, wird er auch Shakyamuni genannt, der „Weise der Shakya“. Ein weiterer Titel ist Tathagata, „der So-Gegangene“; so bezeichnete er sich in frühen Texten selbst. Seine Anhänger sehen in ihm keinen Gott und keinen Schöpfer, sondern einen Menschen, der die höchstmögliche Erkenntnis erlangte und anderen den Weg zeigte.

Der Buddha gründete eine Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen, den Sangha, und vermittelte eine Lehre, den Dharma. Zusammen mit dem Buddha selbst bilden sie die „Drei Juwelen“, zu denen Buddhisten Zuflucht nehmen. Von Nordindien aus verbreitete sich seine Lehre in Asien und später auf der ganzen Welt. Sie wurde zu einer der großen religiösen und philosophischen Traditionen der Menschheit.

[2][1][7]

Einfach

Die Lebensgeschichte: vom Palast zum Erwachen

Die traditionelle Lebensgeschichte wird in vielen Fassungen erzählt. Danach wurde Siddhartha im Hain von Lumbini als Sohn von Maya und Suddhodana geboren. Suddhodana war ein Anführer der Shakya, deren Ort Kapilavastu hieß. Siddharthas Mutter starb kurz nach seiner Geburt, und ihre Schwester Mahapajapati zog ihn auf. Er heiratete Yasodhara und bekam einen Sohn namens Rahula.

Spätere Fassungen schildern die „vier Ausfahrten“: Siddhartha sah einen alten Mann, einen kranken Mann, einen Leichnam und einen umherziehenden Asketen. Tief bewegt verließ er mit etwa 29 Jahren sein Zuhause, schnitt sich die Haare ab und zog einfache Gewänder an. Bei zwei Lehrern, Alara Kalama und Uddaka Ramaputta, lernte er Meditation und erreichte sehr tiefe Zustände der Ruhe. Er empfand sie jedoch nicht als endgültige Befreiung. Danach übte er mit fünf Gefährten strenge Askese und fastete beinahe zu Tode.

Er kam zu dem Schluss, dass weder Genuss noch Selbstquälerei zur Befreiung führen. Deshalb nahm er Nahrung an und wandte sich einem ausgewogenen Weg zu, den er später den Mittleren Weg nannte. Unter einem Pipalbaum in Bodh Gaya meditierend, begegnete er den Versuchungen und Drohungen Maras, einer Gestalt des Todes und des Begehrens. Der Überlieferung nach erlangte er im Alter von etwa 35 Jahren das Erwachen (Bodhi). Der Baum wird als Bodhi-Baum verehrt.

Die ältesten Texte erzählen zurückhaltender als die späteren Legenden. Sie enthalten nur wenige Angaben zu seinem Leben und erwähnen die vier Ausfahrten kaum. Ausführlich erscheinen diese erst in späteren Lebensbeschreibungen, etwa in Ashvaghoshas Sanskritgedicht Buddhacarita („Taten des Buddha“, etwa 1.–2. Jahrhundert n. Chr.). Man kann die Geschichte lesen und schätzen, sollte aber bedenken, dass sie im Lauf der Zeit gewachsen ist.

[2][7][5]

Einfach

Fünfundvierzig Jahre als Lehrer

Nach seinem Erwachen ging der Buddha zum Hirschpark von Sarnath bei Varanasi und hielt vor seinen fünf früheren Gefährten seine erste Lehrrede. Buddhisten nennen dieses Ereignis „das Rad des Dharma in Bewegung setzen“. Die fünf wurden die ersten Mönche.

Etwa 45 Jahre lang wanderte er zu Fuß durch die Königreiche und Republiken der mittleren Gangesebene, besonders durch Magadha und Kosala. Während der Regenzeit blieb er jeweils an einem Ort. Könige wie Bimbisara von Magadha und Pasenadi von Kosala unterstützten ihn, ebenso Kaufleute wie Anathapindika. Sie überließen der Gemeinschaft Parks und Klöster. Zu seinen Anhängern gehörten Menschen unterschiedlicher Herkunft: Brahmanen und Adlige ebenso wie Barbiere, Kurtisanen und Menschen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen waren.

Den Texten zufolge bat seine Stiefmutter Mahapajapati darum, in den Orden aufgenommen zu werden. Nach anfänglichem Zögern erlaubte der Buddha Frauen, Nonnen (Bhikkhunis) zu werden. Damit war der buddhistische Orden eine der frühesten bekannten religiösen Gemeinschaften für Frauen. Wie die späteren Regeln entstanden, die Nonnen den Mönchen unterordneten, ist unter Historikern umstritten.

Im Alter von etwa 80 Jahren starb er, nach einer Mahlzeit durch Krankheit geschwächt, in Kushinagar. Seine letzten Worte, wie sie im Pali-Text Mahaparinibbana Sutta überliefert sind, riefen seine Anhänger auf, sich weiter gewissenhaft zu bemühen, weil alles Bedingte dem Verfall unterliegt. Sein Leichnam wurde eingeäschert. Die Reliquien wurden unter mehreren Völkern aufgeteilt, die darüber Hügelgräber errichteten, sogenannte Stupas.

[2][4][7]

Mittel

Die Kernlehre: die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtfache Pfad

Die Vier Edlen Wahrheiten werden oft mit der Vorgehensweise eines Arztes verglichen. Erstens die Krankheit: Das Leben ist von Dukkha geprägt. Dieses Wort kann Leiden, Schmerz, Unzufriedenheit oder Belastung bedeuten. Geburt, Altern, Krankheit und Tod sind Dukkha. Auch die Trennung von geliebten Menschen und das Nichterlangen dessen, was wir uns wünschen, gehören dazu. Zweitens die Ursache: Dukkha entsteht durch Begehren (Tanha), durch das Verlangen nach Lust, nach Dasein und nach Nichtdasein. Drittens die Heilung: Wenn das Begehren endet, endet Dukkha. Das ist Nirvana (Pali: Nibbana), wörtlich das „Erlöschen“ der Feuer von Gier, Hass und Verblendung. Viertens das Heilmittel: der Edle Achtfache Pfad.

Der Achtfache Pfad umfasst acht Bereiche: rechte Ansicht, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. Traditionell werden sie in drei Schulungen zusammengefasst: ethisches Verhalten (Rede, Handeln, Lebenserwerb), Meditation (Anstrengung, Achtsamkeit, Sammlung) und Weisheit (Ansicht, Absicht). Es handelt sich nicht um eine Leiter mit acht Stufen, sondern um Fähigkeiten, die gemeinsam entwickelt werden.

Für Laienanhänger sind die grundlegenden Regeln des ethischen Verhaltens in den Fünf Silas zusammengefasst: nicht töten, nicht stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten begehen, nicht lügen und keine berauschenden Mittel zu sich nehmen, die den Geist trüben. Freigebigkeit (Dana) und liebende Güte (Metta) gegenüber allen Lebewesen sind zentrale Tugenden.

[3][1][7]

Mittel

Grundgedanken: Vergänglichkeit, Nicht-Selbst und bedingtes Entstehen

Der Buddha lehrte, dass alle bedingten Dinge drei Merkmale haben: Sie sind vergänglich (Anicca), können keine dauerhafte Befriedigung geben (Dukkha) und sind Nicht-Selbst (Anatta). In dieser Betrachtung besteht ein Mensch aus fünf sich wandelnden „Daseinsgruppen“ (Khandhas): Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistesformationen und Bewusstsein. In keiner von ihnen findet sich ein unveränderliches, unabhängiges Selbst oder eine Seele. Das stand in deutlichem Gegensatz zur Lehre einiger Upanishaden, die das wahre Selbst (Atman) mit der höchsten Wirklichkeit (Brahman) gleichsetzten.

Das bedingte Entstehen (Paticca-samuppada) erklärt, wie Dukkha durch eine Kette von Bedingungen entsteht. Diese wird oft als Folge von zwölf Gliedern dargestellt, die von Unwissenheit bis zu Altern und Tod reicht. Der allgemeine Grundsatz ist einfach: „Wenn dieses ist, entsteht jenes; wenn dieses aufhört, hört jenes auf.“ Nichts entsteht aus sich selbst oder ohne Ursachen.

Der Buddha übernahm die in Indien verbreitete Vorstellung von Wiedergeburt und Karma, gab dem Karma jedoch eine ethische und psychologische Bedeutung: Entscheidend ist die Absicht. Bestimmte metaphysische Fragen wollte er nicht beantworten, etwa ob die Welt ewig ist oder was nach dem Tod mit einem erwachten Menschen geschieht. Er sagte, solche Fragen seien für die Beendigung des Leidens nicht hilfreich. Das Gleichnis von einem Mann, den ein vergifteter Pfeil getroffen hat und der die Behandlung ablehnt, bis er weiß, wer auf ihn geschossen hat, veranschaulicht diese praktische Haltung.

[1][8][3]

Mittel

Die Welt der Gangesebene

Der Buddha lebte in einer Zeit raschen Wandels in Nordindien, die oft als „zweite Urbanisierung“ bezeichnet wird. Entlang des Ganges wuchsen Städte und Handel, Münzen kamen in Gebrauch, und mächtige Königreiche wie Magadha und Kosala breiteten sich auf Kosten kleinerer Gemeinwesen aus. Die Shakya selbst bildeten kein Königreich, sondern eine Gana-Sangha: eine Gemeinschaft, die von einer Versammlung oder einem Rat führender Familien regiert wurde. Suddhodana war vermutlich ein solcher Anführer und kein König. Erst mit dem Wachstum der Legende wurde er als „König“ erinnert.

Auch das religiöse Leben veränderte sich. Brahmanische Priester vollzogen vedische Opfer und beanspruchten den höchsten gesellschaftlichen Rang. Zugleich lehnten viele Śramaṇas, umherziehende Asketen, die Autorität der Veden ab und suchten durch Entsagung, Meditation und Askese nach Befreiung. Der Jain-Lehrer Mahavira und die Ajivikas gehörten zu den Zeitgenossen und Konkurrenten des Buddha. Johannes Bronkhorst vertritt die Auffassung, dass „Groß-Magadha“ eine eigene, nichtvedische Kultur besaß, aus der diese Bewegungen hervorgingen.

Die Lehre des Buddha setzte sich kritisch mit all diesen Strömungen auseinander. Er bestimmte neu, wer ein „Brahmane“ sei: Maßgeblich war für ihn edles Verhalten statt der Geburt. Er lehnte Tieropfer ab und eröffnete Menschen jeder gesellschaftlichen Schicht einen Weg. Zugleich übernahm er viele Begriffe seiner Zeit und formte sie um, darunter Karma, Wiedergeburt, Dharma und Formen der Meditation, die dem Yoga ähnelten.

[2][9][8]

Mittel

Wie die Lehren bewahrt wurden

Der Buddha schrieb selbst nichts auf. Mönche und Nonnen lernten seine Lehren auswendig und trugen sie vor. Sie ordneten sie zu Sammlungen von Lehrreden (Suttas oder Sutras) und Ordensregeln (Vinaya). Der Überlieferung nach versammelten sich kurz nach seinem Tod 500 erfahrene Mönche zu einem ersten Konzil in Rajagriha, um die Lehren vorzutragen; etwa ein Jahrhundert später fand ein zweites Konzil in Vaishali statt. Historiker halten diese Berichte zum Teil für legendenhaft, sind sich aber einig, dass das mündliche Vortragen gut organisiert war.

Die vollständigste erhaltene frühe Sammlung in einer indischen Sprache ist der Pali-Kanon, der in der Theravada-Tradition Sri Lankas und Südostasiens bewahrt wurde. Sri-lankischen Chroniken zufolge wurde er im 1. Jahrhundert v. Chr. in Sri Lanka erstmals niedergeschrieben. Parallele Sammlungen, Agamas genannt, sind überwiegend in chinesischer Übersetzung erhalten; Fragmente gibt es in Sanskrit, Gandhari und Tibetisch. Birkenrindenhandschriften aus Gandhara, die etwa aus der Zeit vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. stammen, gehören zu den ältesten jemals gefundenen buddhistischen Handschriften.

Wenn die Fassungen auf Pali und Chinesisch eng übereinstimmen, nehmen Forscher an, dass ihr gemeinsamer Inhalt wahrscheinlich auf eine sehr frühe Zeit vor der Trennung der verschiedenen Schulen zurückgeht. Dieser Vergleich ist das wichtigste Mittel, um sich der Frage zu nähern, was der Buddha selbst gelehrt haben könnte.

[4][1][7]

Mittel

Verbreitung und Nachwirkung

Etwa zwei Jahrhunderte nach dem Buddha förderte der Maurya-Kaiser Ashoka den Buddhismus und entsandte Boten innerhalb Indiens und über seine Grenzen hinaus. Um 249 v. Chr. besuchte er Lumbini und ließ dort eine Steinsäule errichten. Ihre Inschrift hält fest, dass „hier der Buddha, der Weise der Shakya, geboren wurde“, und berichtet, dass Ashoka die Steuern des Dorfes senkte. Zu Ashokas Zeit gelangte der Buddhismus nach Sri Lanka. Später verbreitete er sich entlang der Handelswege nach Zentralasien, China (bis zum 1. Jahrhundert n. Chr.), Korea (ab dem 4. Jahrhundert), Japan (im 6. Jahrhundert), Tibet (im 7.–8. Jahrhundert) und Südostasien.

Mit seiner Ausbreitung entwickelten sich mehrere große buddhistische Traditionen: Theravada in Sri Lanka und weiten Teilen Südostasiens; Mahayana, das den Bodhisattva-Weg und viele Buddhas betont, in Ostasien; und Vajrayana in Tibet, der Mongolei und im Himalaya. In Indien selbst verlor der Buddhismus nach etwa dem 12. Jahrhundert an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert erlebte er dort eine Wiederbelebung, besonders durch die Massenkonversion von Dalits unter B. R. Ambedkar im Jahr 1956.

Über Jahrhunderte wurde der Buddha in der Kunst nur durch Zeichen dargestellt, etwa durch einen Fußabdruck, einen leeren Sitz, ein Rad oder einen Baum. Darstellungen des Buddha in menschlicher Gestalt entstanden um das 1. Jahrhundert n. Chr. in Gandhara und Mathura. Sie gehören heute zu den bekanntesten Bildern der Weltkunst. Sein Geburtstag und sein Erwachen werden in Süd- und Südostasien als Vesakh und in Ostasien als Buddhas Geburtstag gefeiert. Lumbini und der Mahabodhi-Tempel in Bodh Gaya sind UNESCO-Welterbestätten und wichtige Pilgerorte.

[5][6][2][7]

Fortgeschritten

Wann lebte der Buddha? Das Problem der Datierung

Keine Quelle aus der Lebenszeit des Buddha nennt seine Lebensdaten. Alle Chronologien werden von Ashokas Zeit aus zurückgerechnet. Der Beginn seiner Herrschaft lässt sich ungefähr auf 268 v. Chr. datieren, unter anderem mithilfe der hellenistischen Könige, die in seinen Inschriften erwähnt werden. Unklar ist, wie viele Jahre zwischen dem Tod des Buddha und Ashoka lagen.

Die „lange Chronologie“ der sri-lankischen Chroniken setzt den Tod des Buddha 218 Jahre vor Ashokas Krönung an. Von westlichen Forschern angepasst, ergaben sich daraus die bekannten Lebensdaten von etwa 563–483 v. Chr. (oder 566–486 v. Chr.). Sie galten während des größten Teils des 20. Jahrhunderts als Standard. Die Theravada-Tradition selbst beginnt die buddhistische Zeitrechnung 544/543 v. Chr. Deshalb wurde 1956–57 das „2.500-jährige Jubiläum“ gefeiert. Eine „kurze Chronologie“, die in Sanskrit- und chinesischen Quellen nördlicher Schulen überliefert ist, setzt den Tod nur etwa 100 Jahre vor Ashoka an, also um 368 v. Chr.

Bei einem 1988 von Heinz Bechert organisierten Symposium in Göttingen datierten die meisten Teilnehmer den Tod des Buddha auf etwa 400 v. Chr., mit einem Spielraum von ungefähr zwanzig Jahren. Richard Gombrich plädierte für einen Tod um 404 v. Chr., und viele Handbücher nennen heute eine ungefähre Lebenszeit von 480–400 v. Chr. Die Frage ist ungeklärt. Die Argumente hängen davon ab, welches Gewicht man den Mönchslisten, der Zuverlässigkeit der Chroniken und den archäologischen Belegen für die Urbanisierung im Gangestal gibt.

[2][1][8]

Fortgeschritten

Der historische Buddha und das Quellenproblem

Im 19. Jahrhundert vermuteten einige europäische Gelehrte, darunter Émile Senart, die Legende vom Buddha sei weitgehend ein Sonnenmythos. Heute gehen fast alle Forscher davon aus, dass hinter der Überlieferung ein historischer Lehrer stand. Sie unterscheiden sich jedoch stark in der Einschätzung, wie viel über ihn bekannt sein kann. Die frühen Texte wurden über Jahrhunderte mündlich weitergegeben und von Gemeinschaften mit eigenen Interessen bearbeitet. In späteren Schichten nehmen übernatürliche Elemente zu.

Einige Fachleute sind vergleichsweise zuversichtlich. Sie meinen, die frühen Lehrreden zeigten eine einheitliche, eigenständige Philosophie, die wahrscheinlich auf einen einzelnen schöpferischen Denker zurückgeht. Außerdem bewahrten sie wirklichkeitsnahe Einzelheiten über Orte und gesellschaftliche Verhältnisse. Andere sind skeptischer und betonen, dass spätere Streitigkeiten zwischen den Schulen und die Interessen der Mönchsgemeinschaften die erhaltenen Kanons prägten. Gregory Schopen hat beispielsweise hervorgehoben, dass Inschriften und archäologische Funde manchmal ein Klosterleben erkennen lassen, das sich deutlich von den in den Texten beschriebenen Idealen unterscheidet.

Die Archäologie liefert wichtige, aber begrenzte Hinweise. Ashokas Säule in Lumbini, die 1896 entdeckt wurde, zeigt, dass Lumbini im 3. Jahrhundert v. Chr. als Geburtsort verehrt wurde. Ein 1898 in Piprahwa gefundener Reliquienschrein trägt eine frühe Brahmi-Inschrift, die viele als Hinweis auf Reliquien des Buddha der Shakya lesen. Datierung und Lesart sind jedoch umstritten. Auch ob das antike Kapilavastu bei Tilaurakot in Nepal oder bei Piprahwa in Indien lag, ist strittig. Bei Ausgrabungen unter dem Maya-Devi-Tempel in Lumbini fand ein Team mit Robin Coningham Spuren eines frühen Holzbaus. Die 2013 veröffentlichten Ergebnisse datierten ihn auf etwa das 6. Jahrhundert v. Chr.; was dieser Fund für die Lebensdaten des Buddha bedeutet, ist umstritten.

[2][5][1]

Fortgeschritten

Was lehrte der Buddha ursprünglich? Deutungsfragen

Forscher und buddhistische Traditionen sind sich bei mehreren Grundfragen uneinig. War die Lehre vom Nicht-Selbst eine metaphysische Verneinung jeglichen Selbst? Oder war sie eine praktische Methode, Anhaftung loszulassen, ohne eine Aussage über die letzte Wirklichkeit zu treffen? Verschiedene buddhistische Schulen und heutige Philosophen vertreten beide Deutungen. Mark Siderits und andere verstehen sie als eine reduktionistische Erklärung der Person; andere sehen im Buddha jemanden, der metaphysische Aussagen bewusst vermied.

Eine weitere Debatte betrifft das Verhältnis von Meditation und Einsicht. Forscher wie Lambert Schmithausen und Johannes Bronkhorst haben argumentiert, dass die frühen Texte ein Spannungsverhältnis zwischen Befreiung durch tiefe meditative Versenkung und Befreiung durch unterscheidende Einsicht enthalten. Dies könnte auf verschiedene Textschichten hinweisen. Richard Gombrich betont, wie die Gedanken des Buddha auf brahmanische Begriffe antworten und sie oft ironisch umdeuten. Darin sieht er ein Indiz für einen einzelnen ursprünglichen Denker.

Mahayana-Traditionen vertreten zudem die Auffassung, dass der Buddha verschiedene Zuhörer auf unterschiedlichen Ebenen unterrichtete und Sutras wie das Lotos-Sutra seine umfassendere Lehre enthalten. Die historische Forschung datiert diese Texte dagegen auf Jahrhunderte nach seinem Tod. Diese Sichtweisen beantworten unterschiedliche Fragen, historische und religiöse. Beide sind wichtig, um zu verstehen, wie der Buddha in Asien aufgefasst wurde.

[1][8][9]

Kernideen

Vier Edle Wahrheiten
Leiden existiert; es entsteht durch Begehren; es kann enden; der Achtfache Pfad führt zu seinem Ende.
Mittlerer Weg
Ein Weg zwischen sinnlichem Genuss und harter Selbstquälerei; in der Philosophie auch zwischen Ewigkeitsglauben und Vernichtungsglauben.
Edler Achtfacher Pfad
Rechte Ansicht, Absicht, Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, Achtsamkeit und Sammlung werden gemeinsam als ethisches Verhalten, Meditation und Weisheit entwickelt.
Nicht-Selbst (Anatta)
Unter den sich wandelnden Bestandteilen eines Menschen findet sich kein dauerhaftes, unabhängiges Selbst.
Vergänglichkeit (Anicca)
Alles, was aufgrund von Bedingungen entsteht, verändert sich und vergeht.
Bedingtes Entstehen
Alles entsteht in Abhängigkeit von Bedingungen; Leiden entsteht durch eine Kette von Ursachen und endet, wenn diese Ursachen enden.
Nirvana
Das Ende von Begehren und Leiden, das „Erlöschen“ von Gier, Hass und Verblendung.
Karma als Absicht
Handlungen haben Folgen; für ihre ethische Bewertung zählt die Absicht dahinter.

Einträge

  1. um 563 v. Chr. — Traditionelles Geburtsdatum Siddharthas in Lumbini nach der langen Chronologie: ca. 563 v. Chr.
  2. um 544 v. Chr. — Die Theravada-Tradition datiert das Parinirvana des Buddha auf 544/543 v. Chr.; damit beginnt die buddhistische Zeitrechnung.
  3. um 480 v. Chr. — Geburt um 480 v. Chr. nach der von vielen heutigen Forschern bevorzugten Chronologie.
  4. um 400 v. Chr. — Tod in Kushinagar um 400 v. Chr. nach der Einschätzung vieler heutiger Forscher.
  5. um 249 v. Chr. — Kaiser Ashoka besucht Lumbini und errichtet dort eine beschriftete Säule zur Kennzeichnung des Geburtsorts (in seinem 20. Regierungsjahr).
  6. um 29 v. Chr. — Sri-lankischen Chroniken zufolge wird der Pali-Kanon in Sri Lanka niedergeschrieben.
  7. um 100 n. Chr. — Ashvaghosha verfasst das Buddhacarita; in Gandhara und Mathura entstehen Darstellungen des Buddha in menschlicher Gestalt.
  8. 1896 — Die Ashoka-Säule in Lumbini wird freigelegt und bestätigt den Ort, der als Geburtsstätte überliefert ist.
  9. 1898 — In Piprahwa in Indien wird ein beschrifteter Reliquienschrein ausgegraben.
  10. 1956 — Das 2.500-jährige Jubiläum des Parinirvana wird nach der Theravada-Zeitrechnung gefeiert; B. R. Ambedkar tritt mit vielen Anhängern zum Buddhismus über.
  11. 1988 — Göttinger Symposium zur Datierung des historischen Buddha; die meisten Teilnehmer halten einen Tod um 400 v. Chr. für wahrscheinlich.
  12. 2002 — Der Mahabodhi-Tempel in Bodh Gaya wird in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen (Lumbini bereits 1997).

Glossar

Buddha
„Erwachter“; Titel für jemanden, der die Wahrheit vollständig erkannt hat und sie lehrt.
Dharma (Pali: Dhamma)
Die Lehre des Buddha; auch die Wahrheit oder Gesetzmäßigkeit, die sie beschreibt.
Sangha
Die Gemeinschaft buddhistischer Mönche und Nonnen, im weiteren Sinn aller Anhänger.
Dukkha
Leiden, Belastung oder Unzufriedenheit; Gegenstand der ersten Edlen Wahrheit.
Nirvana (Pali: Nibbana)
Befreiung; das Erlöschen des Begehrens und das Ende der Wiedergeburten.
Parinirvana
Das endgültige Dahinscheiden eines Buddha beim Tod.
Śramaṇa
Ein umherziehender Asket im alten Indien, der außerhalb vedischer Rituale nach Befreiung suchte.
Stupa
Ein hügelförmiges Denkmal mit Reliquien und ein Ort buddhistischer Verehrung.
Pali-Kanon
Die von der Theravada-Tradition bewahrte Sammlung früher buddhistischer Schriften in Pali.
Agamas
Frühe Sammlungen buddhistischer Lehrreden anderer Schulen, überwiegend in chinesischer Übersetzung erhalten.
Bodhisattva
Ein Wesen auf dem Weg zur Buddhaschaft; im Mahayana jemand, der gelobt, alle Wesen zu befreien.

Fragen und Antworten

Ist der Buddha ein Gott?

Nach den frühen Lehren: nein. Er war ein Mensch, der vollständig erwachte und andere unterrichtete. Einige spätere Traditionen beschreiben Buddhas in einem umfassenderen kosmischen Sinn, aber sie sind keine Schöpfergötter.

War der Buddha wirklich ein Prinz?

Er stammte aus einer führenden Familie der Shakya. Diese wurden aber wahrscheinlich von einem Rat regiert und nicht von einem König. Das Bild des königlichen Prinzen im Palast entwickelte sich im Lauf der Zeit.

Warum wird der Buddha oft mit gekreuzten Beinen sitzend gezeigt?

So wird er bei der Meditation dargestellt, durch die er das Erwachen erreichte. Handgesten, etwa das Berühren der Erde, erinnern an bestimmte Augenblicke seines Lebens.

Warum sind die Lebensdaten des Buddha so unsicher?

Aus seiner Lebenszeit ist keine datierte Aufzeichnung erhalten. Forscher rechnen von der Zeit Kaiser Ashokas zurück. Alte Überlieferungen unterscheiden sich jedoch um bis zu etwa ein Jahrhundert darin, wie lange vor Ashoka der Buddha starb.

Hat der Buddha Bücher geschrieben?

Nein. Seine Lehren wurden jahrhundertelang auswendig gelernt und vorgetragen, bevor man sie niederschrieb: im Pali-Kanon und in anderen Sammlungen, die vor allem auf Chinesisch erhalten sind.

Was ist der Unterschied zwischen Theravada und Mahayana?

Theravada ist besonders in Sri Lanka und Südostasien verbreitet. Diese Tradition bewahrt den Pali-Kanon und legt den Schwerpunkt auf den Weg zur Befreiung. Mahayana ist besonders in Ostasien verbreitet. Es umfasst viele später entstandene Sutras und betont das Bodhisattva-Ideal, alle Wesen zu befreien.

Können wir wissen, was der historische Buddha tatsächlich lehrte?

Nur ungefähr. Forscher vergleichen parallele Texte in Pali, Chinesisch und anderen Sprachen. Was sie gemeinsam haben, geht wahrscheinlich auf eine sehr frühe Zeit zurück. Wie nah es den eigenen Worten des Buddha kommt, ist umstritten.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Mark Siderits, Buddha. Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. The Buddha. Wikipedia
  3. Four Noble Truths. Wikipedia
  4. Pāli Canon. Wikipedia
  5. Lumbini pillar inscription. Wikipedia
  6. Mahabodhi Temple. Wikipedia
  7. Rupert Gethin, The Foundations of Buddhism. Oxford University Press, 1998
  8. Richard F. Gombrich, What the Buddha Thought. Equinox, 2009
  9. Johannes Bronkhorst, Greater Magadha: Studies in the Culture of Early India. Brill, 2007

Verwandte Inhalte

Mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben aufgeführten veröffentlichten Quellen verfasst und bei neuen Forschungsergebnissen überarbeitet.

← Zurück zur Karte