Kulturerbe

Eiffelturm

La tour Eiffel

1887–1889 · Paris, Frankreich

In einem Satz

Der Eiffelturm ist ein 300 Meter hoher Eisenturm, der für die Weltausstellung von 1889 in Paris gebaut wurde. Viele Menschen fanden ihn anfangs hässlich, doch er wurde zum bekanntesten Wahrzeichen von Paris und zu einem Meilenstein der modernen Ingenieurbaukunst.

Eiffelturm
Bild: Benh LIEU SONG · Public domain · Wikimedia Commons

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Für junge Leser

1889 gab es in Paris eine riesige Ausstellung. Frankreich wollte dort neue Erfindungen zeigen und an die Französische Revolution vor 100 Jahren erinnern. Am Eingang sollte etwas Erstaunliches stehen. Die Firma des Ingenieurs Gustave Eiffel schlug vor, den höchsten Turm der Welt zu bauen.

Der Turm besteht aus ungefähr 18.000 Eisenteilen. Millionen kleiner Metallstifte, die Nieten heißen, halten sie zusammen. Die Teile wurden in einer Fabrik hergestellt und mit Pferdewagen zur Baustelle gebracht. Dort setzte man sie wie einen riesigen Baukasten zusammen. Der Bau dauerte etwas mehr als zwei Jahre.

Als der Turm fertig war, war er 300 Meter hoch – ungefähr so hoch wie ein Haus mit 100 Stockwerken. 41 Jahre lang war kein Bauwerk auf der Welt höher. Der Turm sieht aus wie ein großes A: unten ist er breit und oben schmal. Durch die Lücken kann der Wind wehen, ohne ihn umzustoßen.

Nicht alle mochten den Turm. Berühmte Künstler und Schriftsteller nannten ihn in einem Brief „nutzlos und ungeheuerlich“. Sie meinten, er würde das schöne Paris verschandeln. Eigentlich sollte der Turm nur 20 Jahre stehen bleiben. Er blieb auch deshalb erhalten, weil man von ihm gut Funksignale senden konnte.

Heute fahren oder steigen jedes Jahr etwa sechs bis sieben Millionen Menschen auf den Turm. Wer die Treppe nimmt, muss Hunderte Stufen erklimmen. Nachts leuchtet der Turm golden und funkelt mit Tausenden Lichtern. Menschen auf der ganzen Welt erkennen ihn sofort als Wahrzeichen von Paris.

Auf einen Blick

Bauzeit
Beginn der Fundamentarbeiten am 28. Januar 1887; Fertigstellung des Turms am 31. März 1889; für die Öffentlichkeit geöffnet am 15. Mai 1889
Standort
Champ de Mars an der Seine, Paris, Frankreich
Entwurf
Die Ingenieure Maurice Koechlin und Émile Nouguier sowie der Architekt Stephen Sauvestre von der Compagnie des Établissements Eiffel unter der Leitung von Gustave Eiffel
Höhe
Bei der Fertigstellung 300 m; heute mit Sendeantennen etwa 330 m
Material
Puddeleisen (Schmiedeeisen), etwa 7.300 Tonnen; 18.038 Teile, verbunden durch rund 2,5 Millionen Nieten
Ursprünglicher Zweck
Mittelpunkt und Eingang der Weltausstellung von 1889 zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution
Denkmalschutz
Französisches historisches Denkmal (1964); Teil des UNESCO-Welterbes „Seineufer von Paris“ (1991)
Rekord
Von 1889 bis zur Fertigstellung des Chrysler Building in New York (1930) das höchste von Menschen errichtete Bauwerk der Welt

Einfach

Was ist der Eiffelturm?

Der Eiffelturm ist ein Gitterturm aus Eisen. Er steht auf dem Champ de Mars, einer großen Parkanlage an der Seine im Westen von Paris. Er wurde zwischen 1887 und 1889 als Mittelpunkt der Weltausstellung gebaut. Diese Ausstellung feierte den 100. Jahrestag der Französischen Revolution und zeigte Leistungen der französischen Industrie und Wissenschaft.

Mit 300 Metern war er das mit Abstand höchste Bauwerk, das Menschen bis dahin errichtet hatten. Er war fast doppelt so hoch wie die höchsten Bauwerke jener Zeit, etwa das Washington Monument. Diesen Rekord hielt er bis 1930. Die Pariser gaben ihm bald den Spitznamen „La dame de fer“, die Eiserne Dame.

Der Turm war als vorübergehendes Bauwerk geplant: Sein Erbauer durfte ihn 20 Jahre lang betreiben. Danach hätte die Stadt Paris ihn abreißen können. Stattdessen blieb er erhalten, weil er neue Aufgaben in der Wissenschaft und im Funkverkehr erfüllte. Er wurde zum Wahrzeichen von Paris und Frankreich. Heute gehört er der Stadt Paris und zählt zu den meistbesuchten kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten der Welt.

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Einfach

Den Turm genauer betrachten

Zuerst fallen die vier Turmbeine auf. Sie stehen auf einer quadratischen Grundfläche mit einer Seitenlänge von etwa 125 Metern. Nach oben biegen sie sich zur Mitte hin und laufen an der Spitze zusammen. Unten befinden sich zwischen ihnen vier große Schmuckbögen. Diese tragen kaum Gewicht. Der Architekt Stephen Sauvestre fügte sie hinzu, damit der Turm prächtiger aussah und ein Tor zur Ausstellung bildete.

Der Turm hat drei für Besucher zugängliche Ebenen. Die erste Plattform liegt etwa 57 Meter über dem Boden, die zweite etwa 115 Meter und die oberste etwa 276 Meter. Darüber befinden sich die Laterne, Gustave Eiffels ehemaliges Zimmer für Gäste und Experimente sowie die heutigen Radio- und Fernsehantennen.

Die Form der Turmbeine dient nicht nur der Schönheit. Eiffel erklärte, dass sie auf Berechnungen der Windkräfte beruhte: Unten, wo der Wind besonders stark auf die Konstruktion drückt, ist der Turm breit und stabil. Weiter oben ist er schlank und offen. Durch die Lücken des Gitters kann der Wind hindurchwehen. Selbst bei starkem Wind bewegt sich die Spitze nur um wenige Zentimeter. An heißen Tagen kann sie sich jedoch leicht von der Sonne wegneigen, weil sich das Eisen ausdehnt.

Rund um den Turm, knapp unter der ersten Plattform, stehen die Namen von 72 französischen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Mathematikern in goldenen Buchstaben. Dazu gehören Lavoisier, Ampère und Laplace. Eiffel wählte sie aus, um den Turm als Denkmal der Wissenschaft zu präsentieren. Alle 72 sind Männer. Kommentatoren weisen seit Langem darauf hin, dass Frauen wie die Mathematikerin Sophie Germain fehlen.

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Einfach

Woher kam die Idee?

Die erste Skizze stammte nicht von Gustave Eiffel selbst. 1884 entwarfen zwei leitende Ingenieure seiner Firma, Maurice Koechlin und Émile Nouguier, einen riesigen Gitterpfeiler: Vier Gitterträger sollten unten auseinanderstehen und oben zusammenlaufen. Eiffel war zunächst wenig begeistert, ließ die beiden aber weiterarbeiten. Der Architekt Stephen Sauvestre ergänzte Schmuckbögen, eine verglaste Halle auf der ersten Ebene und weitere Einzelheiten.

Die neue Fassung gefiel Eiffel. Er kaufte seinen Kollegen die Patentrechte ab und setzte sich unter seinem eigenen Namen nachdrücklich für das Projekt ein. 1885 stellte er es der Gesellschaft der Bauingenieure vor. Der Turm solle, so sagte er, „das Jahrhundert der Industrie und der Wissenschaft“ sowie die Revolution von 1789 verkörpern.

Im Mai 1886 schrieb die französische Regierung einen Wettbewerb für das Hauptbauwerk der Ausstellung aus. Die Vorgaben verlangten einen 300 Meter hohen Metallturm auf dem Champ de Mars und machten Eiffels Sieg damit praktisch sicher. Ein im Januar 1887 unterzeichneter Vertrag gewährte ihm 1,5 Millionen Francs – weniger als ein Viertel der erwarteten Kosten – sowie sämtliche Einnahmen aus dem Turm während der Ausstellung und in den folgenden 20 Jahren. Das übrige Geld musste er selbst aufbringen.

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Mittel

Wie der Turm gebaut wurde

Die Arbeiten an den Fundamenten begannen am 28. Januar 1887. Die beiden weiter vom Fluss entfernten Turmbeine standen auf Betonplatten über festem Boden. Näher an der Seine war der Untergrund weicher. Dort senkten die Arbeiter eiserne Senkkästen bis in etwa 22 Meter Tiefe ab. Diese großen Kammern waren mit Druckluft gefüllt, damit kein Wasser eindrang. In ihnen gossen die Arbeiter die Betonfundamente. Auf dem Beton trugen Kalksteinblöcke die eisernen „Schuhe“, auf denen die Turmbeine standen.

Entscheidend für den Bau war die genaue Vorbereitung. Eiffels Zeichenbüro erstellte etwa 1.700 Übersichtszeichnungen und mehr als 3.600 Detailzeichnungen für die 18.038 Einzelteile. Die Positionen der Nietlöcher wurden auf einen Millimeter genau festgelegt, Winkel auf Bruchteile eines Grades berechnet. Die Teile entstanden in den Werkstätten der Firma in Levallois-Perret am Rand von Paris. Oft wurden sie dort bereits zu größeren Abschnitten zusammengesetzt und dann mit Pferdewagen zur Baustelle gebracht. Passte ein Teil nicht, ging es zurück in die Fabrik, statt vor Ort verändert zu werden.

Die Turmbeine wuchsen zunächst als schräg aufragende, frei auskragende Konstruktionen und wurden dann von provisorischen Holzgerüsten gestützt. Kleine Kletterkräne fuhren an den Beinen entlang der künftigen Aufzugsschienen nach oben und hoben die Teile an ihren Platz. Der heikelste Augenblick kam im März 1888, als die vier Beine an der ersten Plattform genau zusammentreffen mussten. Mit hydraulischen Pressen und Sandkästen unter den Beinen konnten die Ingenieure ihre Position um Bruchteile eines Millimeters verändern.

Etwa 300 Arbeiter waren auf der Baustelle beschäftigt. Dank Geländern, Schutzwänden und beweglichen Arbeitsbühnen ist während des Baus nur ein Todesfall unter den Arbeitern dokumentiert – für ein solches Projekt im 19. Jahrhundert eine bemerkenswert niedrige Zahl. Am 31. März 1889 führte Eiffel Beamte und Journalisten über die Treppen bis zur Spitze und hisste dort eine französische Flagge.

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Mittel

„Nutzlos und ungeheuerlich“: der Protest der Künstler

Schon bevor der Turm emporragte, stieß er auf heftigen Widerstand. Manche bezweifelten, dass sich ein 300 Meter hoher Turm überhaupt bauen ließ. Andere lehnten ihn aus künstlerischen Gründen ab. Am 14. Februar 1887 veröffentlichte die Zeitung Le Temps einen Protestbrief bedeutender Künstler und Schriftsteller. Zu den Unterzeichnern gehörten Charles Garnier, der Architekt der Pariser Oper, der Schriftsteller Guy de Maupassant und der Komponist Charles Gounod.

Sie protestierten „im Namen des missachteten französischen Geschmacks“ gegen „diesen nutzlosen und ungeheuerlichen Eiffelturm“. Sie verglichen ihn mit einem riesigen schwarzen Fabrikschornstein, der Notre-Dame, den Louvre und die anderen Denkmäler von Paris erniedrigen würde. Die Debatte griff einen alten Streit in Frankreich auf: Sollten Ingenieure ebenso wie Architekten das Stadtbild gestalten? Und konnten industrielle Werkstoffe wie Eisen schön sein?

Eiffel entgegnete, Ingenieurbaukunst und Schönheit seien keine Gegensätze. Die Naturkräfte folgten, so erklärte er, den geheimen Gesetzen der Harmonie. Sein Turm werde auf eigene Weise großartig sein, ähnlich den Pyramiden Ägyptens. Einige Gegner änderten später ihre Meinung. Einer bekannten, aber nicht überprüfbaren Geschichte zufolge aß Maupassant oft im Restaurant des Turms, weil dies der einzige Ort in Paris war, von dem aus er den Turm nicht sehen konnte.

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Mittel

Die Weltausstellung von 1889 und ihre Schattenseiten

Die Weltausstellung wurde am 6. Mai 1889 eröffnet und endete am 31. Oktober. Sie verzeichnete mehr als 30 Millionen Besuche. Der Turm öffnete am 15. Mai für die Öffentlichkeit. Bevor die Aufzüge in Betrieb gingen, erklommen Zehntausende Menschen seine 1.710 Stufen bis zur Spitze. Bis zum Ende der Ausstellung waren fast 1,9 Millionen Menschen hinaufgestiegen. Auf der ersten Ebene gab es Restaurants, auf der zweiten eine Druckerei der Zeitung Le Figaro und ganz oben ein Postamt. Zu den berühmten Besuchern gehörte Thomas Edison, der einen anerkennenden Eintrag in Eiffels Gästebuch hinterließ.

Weil die Ausstellung die Revolution von 1789 feierte, blieben die meisten europäischen Monarchien ihr offiziell fern. Unternehmen aus diesen Ländern nahmen dennoch teil. Die Ausstellung stellte Frankreich als moderne Republik der Wissenschaft und des Fortschritts dar. Neben dem Turm stand die riesige Galerie des Machines aus Eisen und Glas.

Die Ausstellung zeigte auch die Schattenseiten dieses Fortschrittsglaubens. In Kolonialausstellungen wurden Menschen aus französischen Kolonien in Afrika und Asien in nachgebauten „Dörfern“ zur Schau gestellt. Spätere Historiker bezeichneten solche Ausstellungen als Völkerschauen. Neuere Forschungen lenken zudem den Blick auf die Finanzierung des Turms: Eine Bank, die ihn mitfinanzierte, der Crédit Industriel et Commercial, verdiente gleichzeitig an hohen Krediten an Haiti. Diese standen im Zusammenhang mit der Entschädigung, die Frankreich Haiti nach dessen Revolution aufgezwungen hatte. Auch diese Tatsachen gehören heute zur Geschichte des Turms.

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Mittel

Durch Wissenschaft und Funk gerettet

Eiffel wusste, dass sein Turm nach Ablauf seiner Betriebserlaubnis abgerissen werden könnte. Deshalb bemühte er sich, ihn für die Wissenschaft nützlich zu machen. Er brachte Messgeräte für die Wetterforschung an. An einem Seil, das von der zweiten Ebene zum Boden gespannt war, ließ er Gegenstände fallen, um den Luftwiderstand zu messen. 1909 errichtete er am Fuß des Turms einen Windkanal. Später verlegte er sein Labor für Aerodynamik nach Auteuil. Seine Forschung half den Konstrukteuren früher Flugzeuge.

Entscheidend war der Funk. 1898 übertrug Eugène Ducretet erste drahtlose Signale zwischen dem Turm und dem Panthéon. Eiffel setzte sich anschließend dafür ein, dass die Armee den Turm für den militärischen Funkverkehr nutzte. Hauptmann Gustave Ferrié, später General, baute dort eine leistungsstarke Funkstation auf. 1909 entstand nahe dem südlichen Turmbein eine dauerhafte unterirdische Funkzentrale. Der Turm durfte stehen bleiben. Ab 1910 sendete er Zeitsignale des Pariser Observatoriums an Schiffe auf See und in andere Teile der Welt und half damit, die internationale Zeitmessung abzustimmen.

Im Ersten Weltkrieg fing die Funkstation des Turms feindliche Nachrichten ab, die der französische Nachrichtendienst auswertete. Vielen Darstellungen zufolge trugen sie 1914 zum Erfolg der Alliierten in der Schlacht an der Marne und 1917 zum Verfahren gegen die Tänzerin Mata Hari bei. Später trug der Turm Radio- und dann Fernsehsender. Noch heute werden von ihm Radio und digitales Fernsehen ausgestrahlt.

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Mittel

Spätere Geschichte: Kriege, Lichter und Millionen Besucher

Von 1925 bis 1934 ließ der Autohersteller Citroën eine riesige elektrische Werbung am Turm leuchten. Als deutsche Truppen im Juni 1940 Paris besetzten, durchtrennten die Franzosen die Aufzugskabel, damit die Besatzer die Treppen steigen mussten. Im August 1944, als sich die Alliierten näherten, soll Hitler die Zerstörung der Pariser Wahrzeichen befohlen haben. Der deutsche Stadtkommandant Dietrich von Choltitz führte den Befehl nicht aus. Wie eindeutig der Turm als Ziel vorgesehen war und warum Choltitz den Befehl missachtete, ist unter Historikern umstritten.

1956 beschädigte ein Brand im Fernsehsender die Turmspitze. 1957 erhöhte eine neue Antenne den Turm. 1964 wurde er zum historischen Denkmal erklärt. Die Aufzüge wurden mehrfach modernisiert, und 2014 erhielt die erste Ebene einen Glasboden. Etwa alle sieben Jahre wird der Turm vollständig mit rund 60 Tonnen Farbe gestrichen, um das Eisen vor Rost zu schützen.

Seit Ende 1985 wird der Turm von innen golden beleuchtet. Seit der Jahrtausendwende funkelt er – mit einigen Unterbrechungen – nach Einbruch der Dunkelheit zu jeder vollen Stunde einige Minuten lang mit Tausenden blinkenden Lampen. Er wurde zur Kulisse für nationale Feiern, Neujahrsfeuerwerke und die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Seit 1889 haben ihn mehr als 300 Millionen Menschen besucht.

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Mittel

Ein Wahrzeichen in Kunst und Kultur

Künstler machten den Turm bald zu einem Motiv. Georges Seurat malte ihn 1889. Henri Rivière schuf die Druckgrafikserie Dreiunddreißig Ansichten des Eiffelturms (1902) als Hommage an Hokusais Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji. Robert Delaunay malte ihn ab 1909 immer wieder als Symbol moderner Energie. Der Dichter Guillaume Apollinaire schrieb 1918 ein Gedicht in Form des Turms. Filmemacher, Fotografen und Werbetreibende nutzten ihn als sofort erkennbares Bild für Paris.

Der französische Kritiker Roland Barthes vertrat 1964 in einem berühmten Essay die Ansicht, der Turm sei beinahe ein reines Zeichen: Als Gebäude habe er kaum einen praktischen Zweck, doch die Menschen könnten in ihm alles Mögliche sehen – Wissenschaft, Liebe oder Paris selbst. Er ist zugleich ein Gegenstand, den man betrachtet, und ein Ort, von dem aus man auf die Stadt blickt.

Der Turm regte Nachbauten in aller Welt an: vom Blackpool Tower in England (1894) über den Tokyo Tower (1958) bis zu Nachbildungen in Las Vegas und einer chinesischen Wohnsiedlung. Sein Bild gehört zu den am häufigsten reproduzierten Motiven der Welt und findet sich auf Souvenirs, Logos und Emojis.

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Fortgeschritten

Debatten über Urheberschaft, Ingenieurbaukunst und Bedeutung

Wer hat ihn entworfen? Der Turm trägt Eiffels Namen, doch das ursprüngliche Konzept stammte von Koechlin und Nouguier und die architektonische Gestaltung von Sauvestre. Eiffel kaufte ihre Patentrechte und wurde öffentlich als Urheber wahrgenommen. Zugleich steuerte er die technische Erfahrung und Organisation seiner Firma bei und trug ein finanzielles Risiko. Historiker beschreiben den Turm heute meist als Gemeinschaftsleistung eines Ingenieurbüros. Daran zeigt sich auch die allgemeine Frage, wem bei großen technischen Projekten Anerkennung zukommt.

Wie wurde seine Form berechnet? Eiffel sagte, die Krümmung der Turmbeine ergebe sich aus der Belastung durch den Wind. Sein Team verwendete grafische Rechenverfahren und vorsichtige Annahmen. So behandelte es die obere Hälfte rechnerisch, als wäre sie geschlossen. Spätere Ingenieure entwickelten mathematische Modelle, um zu erklären, warum die Form so gut funktioniert. Eine 2004 veröffentlichte Studie stützte sich auf Eiffels Vortrag von 1885 vor der Gesellschaft der Bauingenieure. Sie beschrieb die Form als Lösung einer nichtlinearen Integralgleichung, die Winddruck und Zugkräfte in der Konstruktion ins Gleichgewicht bringt. Offen bleibt, ob Eiffel bewusst nach einer solchen Gleichung entwarf oder die Form aus praktischer Erfahrung entwickelte.

Ingenieurbaukunst und Architektur. Der Protest von 1887 gehörte zu einer Debatte des 19. Jahrhunderts: Konnten eiserne Bauwerke von Ingenieuren – etwa Brücken, Bahnhofshallen und Ausstellungshallen – als Architektur gelten? Eiffels Firma hatte bereits bedeutende Brücken errichtet, darunter die Ponte Maria Pia in Porto (1877) und das Garabit-Viadukt (1884). Außerdem entwarf sie das innere Traggerüst der Freiheitsstatue (1886). Architekturhistoriker sehen den Turm heute häufig als ein Schlüsselwerk auf dem Weg zu einer modernen Architektur, die ihre Tragstruktur sichtbar macht.

Wessen Geschichte wird erzählt? Neuere Forschung und Berichterstattung blicken über den nationalen Stolz hinaus. Sie verbinden die Weltausstellung von 1889 mit Kolonialausstellungen und die Finanzierung des Turms mit Haitis Entschädigungsschulden. Manche halten dies für eine notwendige Ergänzung; andere befürchten, dass dabei spätere Wertvorstellungen auf die Vergangenheit übertragen werden. Die meisten Historiker sind sich einig, dass zur Bedeutung des Turms sowohl die technische Leistung als auch die imperiale Welt gehört, in der er entstand.

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Fortgeschritten

Erhaltung und Betrieb heute

Der Turm ist ein historisches Denkmal. Er gehört der Stadt Paris und wird von der Betreibergesellschaft Société d’Exploitation de la Tour Eiffel (SETE) verwaltet. Eine mehr als 135 Jahre alte Schmiedeeisenkonstruktion weiter zu nutzen, erfordert ständige technische Arbeit. Regelmäßige Anstriche sollen Korrosion verhindern. Bei jeder Sanierung müssen alte Farbschichten entfernt werden, von denen einige Blei enthalten. Bleihaltige Farbe wurde bis 2001 verwendet.

Beim Neuanstrich geht es neben dem Erhalt auch um die Farbe. Ursprünglich war der Turm rotbraun. Später wurde er in verschiedenen Gelb- und Ockertönen gestrichen, seit 1968 in einem Bronzeton namens „Eiffelturmbraun“. Unten erhält er einen dunkleren, oben einen helleren Farbton; insgesamt sind es drei Abstufungen. So soll er vor dem Himmel einheitlich wirken. Welche Farbe historisch authentisch ist, wird diskutiert.

Weitere Debatten betreffen Ergänzungen am Bauwerk und die Rechte an seinem Bild. Der Plan der Stadt, die olympischen Ringe von 2024 dauerhaft am Turm zu lassen, wurde von Nachfahren Eiffels und einigen Anwohnern kritisiert. Sie sahen darin eine Veränderung des geschützten Denkmals. Die Betreibergesellschaft beansprucht außerdem Urheberrechte an der nächtlichen Beleuchtung. Der Turm selbst ist seit 1993 gemeinfrei. Dadurch ist die kommerzielle Nutzung von Nachtaufnahmen rechtlich nicht eindeutig geklärt.

Schließlich müssen die Bedürfnisse von Millionen Besuchern, Sicherheitsmaßnahmen wie die ab 2018 errichteten Glaswände um den Turmfuß und die Anforderungen der Instandhaltung mit dem Anspruch vereinbart werden, dass der Turm ein offenes, öffentliches Denkmal für alle ist.

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Kernideen

Eisernes Gittertragwerk
Ein Gerüst aus vielen kleinen Eisenteilen, die zu Dreiecken verbunden sind. Es ist stabil und zugleich leicht und winddurchlässig.
Vorfertigung
Genau vermessene Teile werden in einer Fabrik hergestellt und auf der Baustelle zusammengesetzt. So konnte der Turm in etwa zwei Jahren errichtet werden.
Ingenieurbaukunst als Kunst
Der Turm verstärkte die Debatte darüber, ob von Ingenieuren entworfene Bauwerke schön sein und als Architektur gelten können.
Weltausstellung
Eine große internationale Ausstellung zu Industrie, Wissenschaft und Kultur. Die Pariser Ausstellung von 1889 feierte den 100. Jahrestag der Französischen Revolution.
Aus einem Provisorium wird ein dauerhaftes Bauwerk
Der Turm erhielt zunächst eine Betriebserlaubnis für 20 Jahre. Weil er sich besonders für den Funk als nützlich erwies, blieb er erhalten.
Symbol und Zeichen
Wie Roland Barthes beschrieb, wurde der Turm zu einem Bild, das für Paris und die Moderne steht.
Wenig beachtete Geschichte
Die Kolonialausstellungen der Weltausstellung und die Finanzierung des Turms verbinden das Denkmal mit dem Kolonialismus und Haitis Schulden.

Einträge

  1. 1884 — Maurice Koechlin und Émile Nouguier skizzieren die Idee eines riesigen Gitterpfeilers.
  2. 1886 — Die Ausschreibung der Regierung für das Hauptbauwerk der Weltausstellung führt praktisch zur Wahl von Eiffels Entwurf.
  3. 1887 — Der Vertrag wird unterzeichnet (8. Januar); die Fundamentarbeiten beginnen (28. Januar); der Protest der Künstler erscheint (14. Februar).
  4. 1888 — Die vier Turmbeine werden an der ersten Plattform miteinander verbunden (März).
  5. 1889 — Der Turm wird fertiggestellt (31. März); die Weltausstellung öffnet (6. Mai); der Turm öffnet für die Öffentlichkeit (15. Mai).
  6. 1898 — Eugène Ducretet sendet erste Funksignale zwischen dem Turm und dem Panthéon.
  7. 1909 — Am Turmfuß wird eine dauerhafte Funkstation errichtet, und der Turm darf stehen bleiben; Eiffel eröffnet einen Windkanal auf dem Champ de Mars.
  8. 1910 — Der Turm beginnt im Rahmen eines internationalen Zeitdienstes Zeitsignale zu senden.
  9. 1930 — Das Chrysler Building in New York übertrifft den Turm als höchstes Bauwerk der Welt.
  10. 1940 — Während deutsche Truppen Paris besetzen, werden die Aufzugskabel durchtrennt; die Aufzüge werden erst 1946 repariert.
  11. 1964 — Der Turm wird offiziell zum französischen historischen Denkmal erklärt.
  12. 1991 — Die Pariser Seineufer einschließlich des Turms werden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Glossar

Gittertragwerk
Ein Gerüst aus gekreuzten Streben oder Stäben mit offenen Zwischenräumen.
Schmiedeeisen (Puddeleisen)
Ein zähes, kohlenstoffarmes Eisen, das durch Umrühren geschmolzenen Eisens in einem Ofen hergestellt wird. Es war weit verbreitet, bevor Stahl günstig wurde.
Niete
Ein Metallstift, der erhitzt und festgehämmert wird, um zwei Metallteile dauerhaft zu verbinden.
Senkkasten
Eine wasserdichte Kammer, die oft mit Druckluft gefüllt ist und beim Bau von Fundamenten unter dem Wasserspiegel eingesetzt wird.
Kragträger
Ein Balken oder Bauteil, das nur an einem Ende gestützt wird und frei herausragt.
Konzession
Das von einer staatlichen Stelle gewährte Recht, etwas wie den Turm für eine bestimmte Zeit zu betreiben.
Exposition Universelle
Französisch für „Weltausstellung“: eine internationale Ausstellung.
Champ de Mars
Eine große öffentliche Parkanlage in Paris, früher ein militärischer Paradeplatz, auf der der Turm steht.
Windkanal
Ein Kanal, in dem Luft an Modellen vorbeigeblasen wird, um die Wirkung des Windes auf sie zu untersuchen.

Fragen und Antworten

Wie hoch ist der Eiffelturm?

Bei seiner Fertigstellung 1889 war er 300 Meter hoch. Mit den später hinzugefügten Antennen ist er heute etwa 330 Meter hoch.

Hat Gustave Eiffel den Turm allein entworfen?

Nein. Der erste Entwurf stammte von seinen Ingenieuren Maurice Koechlin und Émile Nouguier. Stephen Sauvestre ergänzte architektonische Details. Eiffels Firma baute den Turm; Eiffel setzte sich für ihn ein und finanzierte ihn mit.

Warum wurde der Turm gebaut?

Als Hauptbauwerk der Pariser Weltausstellung von 1889. Sie feierte den 100. Jahrestag der Französischen Revolution und zeigte die Leistungen französischer Ingenieure.

Sollte er wirklich abgerissen werden?

Eiffels Betriebserlaubnis galt für 20 Jahre nach der Ausstellung. Danach hätte die Stadt Paris den Turm abreißen können. Er blieb vor allem erhalten, weil er für den Funkverkehr nützlich geworden war.

Wie viele Stufen gibt es?

1889 stiegen Besucher über 1.710 Stufen bis zur Spitze. Heute können Besucher nur bis zur zweiten Ebene die Treppe nehmen; die Spitze ist mit dem Aufzug erreichbar.

Bewegt sich der Turm?

Ein wenig. Bei starkem Wind schwankt die Spitze um wenige Zentimeter. An heißen Tagen dehnt sich die von der Sonne erwärmte Seite aus. Dadurch kann sich die Spitze um bis zu etwa 18 cm verschieben.

Warum bringen Historiker den Turm mit Haiti in Verbindung?

Eine Bank, die den Turm mitfinanzierte, verdiente damals auch an Krediten an Haiti. Diese hingen mit der Entschädigung zusammen, die Frankreich Haiti nach dessen Unabhängigkeit aufgezwungen hatte. Neuere Untersuchungen haben auf diese Verbindung aufmerksam gemacht.

Was störte die Gegner des Turms im Jahr 1887?

Sie hielten den riesigen Eisenturm für hässlich und glaubten, er würde das historische Stadtbild von Paris beherrschen und verschandeln. Viele bezweifelten außerdem, dass Ingenieure Kunst schaffen könnten.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Eiffel Tower. Wikipedia
  2. Gustave Eiffel. Wikipedia
  3. Exposition Universelle (1889). Wikipedia
  4. Paris, Banks of the Seine. Wikipedia
  5. Paris, Banks of the Seine. UNESCO World Heritage Centre
  6. Roland Barthes, La Tour Eiffel (The Eiffel Tower), 1964

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Mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben aufgeführten veröffentlichten Quellen verfasst und bei neuen Forschungsergebnissen überarbeitet.

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