Kulturerbe

Cheops-Pyramide von Gizeh

Akhet Khufu (“Horizon of Khufu”)

um 2589–2566 v. Chr. · Gizeh

In einem Satz

Die Cheops-Pyramide von Gizeh ist ein riesiges Steingrab, das vor etwa 4.500 Jahren für den ägyptischen König Cheops erbaut wurde. Sie ist das einzige der sieben Weltwunder der Antike, das noch steht.

Cheops-Pyramide von Gizeh
Bild: Nina · CC BY 2.5 · Wikimedia Commons

Beginnen Sie oben mit einer einfachen Einführung. Weiter unten finden Sie mehr Details und Forschungsergebnisse.

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Für junge Leser

Stell dir einen Berg vor, den Menschen gebaut haben. Die Cheops-Pyramide besteht aus mehr als zwei Millionen Steinblöcken. Viele davon sind schwerer als ein Auto. Als sie fertig war, war sie etwa 146 Meter hoch – so hoch wie ein Haus mit 45 Stockwerken. Tausende Jahre lang war kein Bauwerk höher.

Die Pyramide war als Grab für einen ägyptischen König namens Cheops gedacht. Ägyptische Könige nennt man oft Pharaonen. Die Ägypter glaubten, dass der König nach seinem Tod zum Himmel reisen und für immer bei den Göttern leben würde. Die Pyramide sollte ihm dabei helfen und seinen Körper schützen.

Früher sah die Pyramide anders aus als heute. Glatte, weiße Steine bedeckten ihre Außenseite. In der Wüstensonne muss sie geglänzt haben. Später nahmen Menschen die meisten weißen Steine weg und bauten damit Häuser und Moscheen in Kairo.

Wer hat sie gebaut? Archäologen fanden die Siedlung der Arbeiter. Dort gab es Bäckereien und Stellen, an denen Fisch und Fleisch zubereitet wurden. Sie fanden auch Gräber von Arbeitern nahe der Pyramide. Bauern, Bootsleute, Steinmetze und viele andere arbeiteten abwechselnd für den König.

Wir haben sogar das Tagebuch eines Mannes, der beim Bau half! Er hieß Merer. Auf Papyrus schrieb er auf, wie sein Team weiße Kalksteinblöcke mit Booten auf dem Nil nach Gizeh brachte. Sein Tagebuch gehört zu den ältesten beschriebenen Papyri, die je gefunden wurden.

Im Inneren gibt es enge Gänge, eine hohe, ansteigende Halle namens Große Galerie und einen Raum aus rötlichem Granit. Darin steht noch ein steinerner Sarg. Forschende erkunden die Pyramide weiter: 2017 entdeckten sie mit winzigen Teilchen aus dem Weltall, den Myonen, einen großen verborgenen Hohlraum.

Auf einen Blick

Erbaut für
Cheops (ägyptisch: Chufu), zweiter König der 4. Dynastie Ägyptens im Alten Reich
Datierung
Etwa 2589–2566 v. Chr. nach einer verbreiteten Chronologie (Cheops’ Regierungszeit); andere Chronologien weichen um einige Jahrzehnte ab
Ort
Gizeh-Plateau am Westufer des Nils, heute am Rand des Großraums Kairo in Ägypten
Größe
Ursprünglich etwa 146,6 m hoch (heute etwa 138,5 m); jede Seite etwa 230,3 m lang
Baumaterialien
Kern aus örtlichem Kalkstein, Verkleidung aus feinem weißem Tura-Kalkstein (größtenteils entfernt), Granit aus Assuan für die Königskammer
Antiker Name
Achet-Chufu, „Horizont des Chufu“
Status
Einziges erhaltenes Weltwunder der Antike; Teil der UNESCO-Welterbestätte „Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“ (1979)
Wichtige Entdeckungen
Arbeiterinschriften mit dem Namen Chufu (1837), die Cheops-Barke (1954), die Papyri mit Merers Tagebuch (2013), ein großer Hohlraum im Inneren (2017)

Einfach

Was ist die Cheops-Pyramide?

Die Cheops-Pyramide ist die größte der drei Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau nahe dem heutigen Kairo. Sie wurde als Grab für Cheops errichtet, einen König der 4. Dynastie Ägyptens in der Zeit, die Historiker das Alte Reich nennen. Die Griechen, die etwa zweitausend Jahre später über ihn schrieben, nannten den König Cheops. Die Ägypter nannten die Pyramide Achet-Chufu, „Horizont des Chufu“: ein Ort, an dem der König wie die Sonne am Morgen zum Himmel aufsteigen sollte.

Ihre Größe ist noch immer erstaunlich. Ursprünglich war die Pyramide etwa 146,6 m hoch. Sie hat ihre Spitze und ihre äußere Verkleidung verloren und ist heute etwa 138,5 m hoch. Jede Seite ihrer quadratischen Grundfläche misst etwa 230 m; die Grundfläche umfasst mehr als fünf Hektar. Schätzungen zufolge enthält sie rund 2,3 Millionen Steinblöcke. Tausende Jahre lang war sie das höchste von Menschen errichtete Bauwerk der Erde.

Die Griechen zählten sie später zu den sieben Weltwundern, einer Liste berühmter Bauwerke, die Reisende bewunderten. Alle anderen, etwa die Hängenden Gärten von Babylon und der Koloss von Rhodos, sind verschwunden oder nur als Ruinen erhalten. Die Cheops-Pyramide ist das älteste dieser Weltwunder und das einzige, das noch steht.

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Einfach

Die Pyramide verstehen: außen, innen und ringsum

Außen sehen wir heute den stufenförmigen Kern aus großen, grob behauenen Kalksteinblöcken. Ursprünglich war die gesamte Oberfläche mit fein poliertem weißem Kalkstein aus Steinbrüchen bei Tura auf der anderen Nilseite verkleidet. Die Verkleidungsblöcke waren so genau eingepasst, dass die Fugen zwischen ihnen äußerst schmal waren. Einige Verkleidungssteine sind am Fuß der Pyramide erhalten geblieben. Ihre Seiten zeigen fast genau nach Norden, Süden, Osten und Westen; die Abweichung beträgt nur wenige Bogenminuten, also einen Bruchteil eines Grades.

Im Inneren liegt der Eingang an der Nordseite. Ein absteigender Gang führt in den gewachsenen Fels zu einer unvollendeten unterirdischen Kammer. Ein aufsteigender Gang führt zu einem waagerechten Korridor und einem Raum, der Königinnenkammer genannt wird. Diesen Namen gaben ihm spätere Entdecker; dort wurde keine Königin bestattet. Weiter oben öffnet sich der Gang zur Großen Galerie, einer hohen, schmalen Halle mit einer etwa 8,6 m hohen Kragsteindecke. Die Galerie ist mehr als 46 m lang.

Am oberen Ende der Großen Galerie liegt die Königskammer. Sie ist vollständig mit rötlichem Granit ausgekleidet, der aus dem etwa 800 km südlich gelegenen Assuan stammt. In ihr steht ein Granitsarkophag ohne Deckel. Als Entdecker ihn erreichten, war er leer. Über der Kammer liegen fünf niedrige Räume, die durch gewaltige Granitbalken voneinander getrennt sind. Diese Entlastungskammern helfen, das Gewicht des darüberliegenden Mauerwerks zu verteilen. Schmale Schächte führen von der Königs- und der Königinnenkammer in Richtung Außenseite. Ob sie der Belüftung dienten oder der Seele des Königs einen Weg zu den Sternen weisen sollten, ist umstritten.

Die Pyramide war das Zentrum einer größeren Anlage. An ihrer Ostseite stand ein Totentempel, in dem dem verstorbenen König Opfergaben dargebracht wurden. Ein Aufweg führte von dort zu einem Taltempel nahe dem Rand des bewirtschafteten Landes. Zur Anlage gehörten außerdem drei kleine Königinnenpyramiden, eine kleine Nebenpyramide, mehrere Gruben für Boote in voller Größe und Reihen von Steingräbern, die Mastabas heißen. Dort wurden Angehörige der Königsfamilie und Beamte bestattet, um ihrem König nahe zu sein.

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Einfach

Cheops und das Zeitalter der Pyramiden

Cheops war der Sohn von König Snofru, dem ehrgeizigsten Pyramidenbauer vor ihm. Snofru ließ bei Meidum und Dahschur mindestens drei große Pyramiden errichten. Dazu gehören die Knickpyramide, bei der die Baumeister den Neigungswinkel während des Baus änderten, und die Rote Pyramide, die erste echte Pyramide mit glatten Seiten. Cheops’ Baumeister nutzten diese Erfahrungen und gingen noch weiter.

Etwa ein Jahrhundert zuvor hatte Imhotep, der Architekt König Djosers, in Sakkara die erste große Steinpyramide gebaut: die Stufenpyramide aus sechs übereinanderliegenden steinernen Stufen. Innerhalb weniger Generationen entwickelten ägyptische Baumeister aus dieser Stufenform die gewaltige und präzise Geometrie der Cheops-Pyramide. Dieser schnelle Fortschritt zeigt, wie mächtig und gut organisiert der ägyptische Staat geworden war.

Über Cheops als Menschen ist erstaunlich wenig bekannt. Die einzige vollständig erhaltene Statue, die ihm sicher zugeordnet werden kann, ist eine etwa 7,5 cm hohe Elfenbeinfigur. Flinders Petrie fand sie 1903 in Abydos. Viel spätere ägyptische Erzählungen und der griechische Historiker Herodot stellten Cheops als harten Herrscher dar. Diese Berichte entstanden jedoch lange nach seinem Tod und gelten nicht als zuverlässige Geschichtsquellen. Die Ägypter verehrten ihn noch viele Jahrhunderte lang in einem Kult.

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Mittel

Wie wurde sie gebaut?

Die meisten Blöcke für den Kern wurden in einem Steinbruch auf dem Gizeh-Plateau selbst gewonnen, unmittelbar südlich der Pyramide. Die Arbeiter benutzten Meißel und Sägen aus Kupfer, Holzkeile, steinerne Schlagwerkzeuge und Sand als Schleifmittel. Harten Granit bearbeiteten sie vor allem mit Doleritsteinen und durch Schleifen. Der feine Kalkstein für die Verkleidung kam mit Booten aus Tura; der Granit aus Assuan wurde nilabwärts transportiert.

Wie die Blöcke nach oben befördert wurden, ist eine der meistdiskutierten Fragen der Archäologie. Viele Ägyptologen nehmen an, dass Rampen aus Lehmziegeln, Schutt und Kalksteinsplittern verwendet wurden. Über ihre Form sind sie sich jedoch uneinig: Vorgeschlagen wurden eine lange gerade Rampe, eine spiralförmig um die Pyramide verlaufende Rampe, Zickzackrampen an einer Seite oder Kombinationen dieser Formen. Der Architekt Jean-Pierre Houdin hat eine innere Rampe vorgeschlagen; diese Idee hat bislang keine breite Zustimmung gefunden. Hebel und Schlitten wurden mit Sicherheit verwendet. Ein Bild in einem Grab aus dem Mittleren Reich zeigt, wie eine riesige Statue auf einem Schlitten gezogen wird, während ein Arbeiter Flüssigkeit davor ausgießt. Versuche deuten darauf hin, dass feuchter Sand die Reibung stark verringert.

Neue archäologische Funde liefern weitere Hinweise. 2018 berichtete ein Team aus dem Alabastersteinbruch von Hatnub über eine steile Rampe aus ungefähr der Zeit Cheops’. An beiden Seiten befanden sich Pfostenlöcher und Treppen. Das deutet auf ein System hin, mit dem Blöcke steile Hänge hinaufgezogen wurden. Untersuchungen alter Sedimente haben außerdem gezeigt, dass ein Nilarm und mit ihm verbundene Becken einst viel näher an Gizeh heranreichten als heute. So konnten Boote Steine nahe an die Baustelle bringen.

Planung und Genauigkeit waren bemerkenswert. Die Grundfläche ist fast vollkommen eben und quadratisch, und die Ausrichtung nach geografisch Nord weicht nur um wenige Bogenminuten ab. Wie die Ägypter das erreichten, ist umstritten. Zu den Vorschlägen gehören die Beobachtung von Sternen, die um den Himmelspol kreisen, und die Nutzung des Schattens eines senkrechten Stabs, um den Sonnenlauf zu verfolgen. Der Überlieferung nach beaufsichtigte Hemiunu, ein Verwandter des Königs und Wesir, die königlichen Bauarbeiten. Sein großes Grab liegt westlich der Pyramide.

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Mittel

Die Bauleute: Arbeiter, eine Siedlung und ein Tagebuch

Das verbreitete Bild von Sklaven, die mit Peitschen zur Arbeit getrieben wurden, wird durch die Funde nicht gestützt. Seit den späten 1980er-Jahren haben Archäologen unter der Leitung von Mark Lehner südlich des Gizeh-Plateaus eine Siedlung ausgegraben. Sie ist als Heit el-Ghurab oder „Verlorene Stadt der Pyramidenbauer“ bekannt. Dort gab es Bäckereien, Brauereien, Vorratsräume, Werkstätten und kasernenartige Gebäude. Große Mengen an Tierknochen zeigen, dass die Arbeiter Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Fisch erhielten.

In der Nähe grub Zahi Hawass ab 1990 Friedhöfe von Arbeitern und Aufsehern aus. Die Menschen wurden in kleinen Gräbern mit Grabbeigaben bestattet, nahe am Denkmal des Königs. Das deutet darauf hin, dass ihre Arbeit als ehrenhaft galt. Ihre Skelette zeigen Spuren schwerer körperlicher Arbeit, aber auch verheilte Knochenbrüche und sogar Hinweise auf chirurgische Eingriffe. Verletzte Arbeiter wurden also versorgt.

Die meisten Forschenden gehen davon aus, dass die Arbeiterschaft aus einem festen Kern erfahrener Handwerker und Verwalter sowie größeren Gruppen von Arbeitskräften bestand. Letztere arbeiteten wahrscheinlich abwechselnd als Teil einer Pflicht gegenüber dem Staat. Die Menschen waren in Arbeitsgruppen mit eigenen Namen organisiert. Inschriften in den Entlastungskammern nennen Gruppen, deren Namen den Namen Chufu enthalten. Herodot schrieb, dass 100.000 Männer zwanzig Jahre lang in dreimonatigen Schichten arbeiteten. Heutige Schätzungen für die Zahl der gleichzeitig Beschäftigten liegen deutlich niedriger, meist bei höchstens einigen Zehntausend, und gehen weit auseinander.

2013 entdeckte eine französisch-ägyptische Forschungsgruppe unter Pierre Tallet Papyri in Wadi al-Dscharf, einem antiken Hafen am Roten Meer. Darunter ist das Tagebuch des Merer. Dieser Aufseher leitete ein Team von etwa 40 Männern und hielt ihre Arbeit schriftlich fest. Etwa im 27. Regierungsjahr Cheops’ transportierte das Team Kalksteinblöcke aus den Steinbrüchen von Tura über den Nil nach Gizeh und machte an einem Hafen namens Sche-Chufu Halt. Das Tagebuch nennt auch Anchhaf, den Halbbruder des Königs, als hohen Beamten. Die Papyri gehören zu den ältesten bekannten beschriebenen Papyri und geben uns einen unmittelbaren Einblick in den Pyramidenbau.

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Mittel

Warum eine Pyramide? Religion und königliche Macht

Für die Ägypter verband der König die Götter mit den Menschen. Sie glaubten, dass er sich nach seinem Tod den Göttern anschloss: Er stieg zum Himmel auf, reiste mit dem Sonnengott Re und nahm seinen Platz unter den „unvergänglichen“ Sternen um den nördlichen Himmelspol ein. Die Pyramide sollte diese Verwandlung ermöglichen. Sie schützte seinen Körper und sollte durch Opfergaben und Rituale sein ewiges Leben sichern.

Die Pyramidenform hatte wahrscheinlich eine Bedeutung für den Sonnenkult. Sie erinnert an den Benben, den heiligen Stein, der mit dem Urhügel verbunden war, welcher bei der Schöpfung aus dem Wasser aufstieg. Vielleicht stellte sie auch Sonnenstrahlen dar, die zur Erde hinabreichen. Der Name Achet-Chufu, „Horizont des Chufu“, verbindet den König mit dem Ort, an dem die Sonne auf- und untergeht. Die als Pyramidentexte bekannten Sprüche beschreiben den Aufstieg des Königs. Sie wurden jedoch erst ab dem Ende der 5. Dynastie, rund zwei Jahrhunderte später, in Pyramiden eingemeißelt. Deshalb muss man vorsichtig sein, wenn man mit ihnen die Pyramide Cheops’ erklärt.

Die Pyramide war auch ein Zeichen königlicher Macht. Für ihren Bau mussten im ganzen Land Lebensmittel, Boote, Werkzeuge, Arbeitskräfte und Wissen organisiert werden. Manche Historiker vertreten die Ansicht, dass Pyramidenprojekte selbst zum Aufbau der ägyptischen Staatsverwaltung beitrugen: Sie zwangen den Staat, in großem Maßstab zu planen, zu zählen, Aufzeichnungen zu führen und Material bereitzustellen.

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Mittel

Nach Cheops: Grabräuber, Reisende und Wissenschaftler

Die Pyramide wurde wahrscheinlich schon in der Antike beraubt. Von Cheops’ Bestattung wurde im Inneren nichts gefunden. Griechische und römische Autoren wie Herodot beschrieben die Pyramide im 5. Jahrhundert v. Chr. und hielten Erzählungen ägyptischer Führer fest. Auch mittelalterliche arabische Autoren berichteten über sie. Der Überlieferung nach ließ der abbasidische Kalif al-Ma’mun um 820 n. Chr. den Tunnel in die Pyramide schlagen, den die meisten Besucher heute benutzen. Ob diese Geschichte stimmt, ist jedoch ungewiss.

Ein schweres Erdbeben im Jahr 1303 lockerte viele der weißen Verkleidungssteine. Später wurden zahlreiche Steine als Baumaterial nach Kairo gebracht, unter anderem für die Moschee-Madrasa des Sultans Hasan im 14. Jahrhundert. Deshalb sieht die Pyramide heute rau und stufenförmig aus.

Die wissenschaftliche Erforschung begann mit den Gelehrten, die Napoleon auf seiner Ägyptenexpedition (1798–1801) begleiteten. 1837 verschafften sich Oberst Howard Vyse und John Perring mit Schießpulver Zugang zu den oberen Entlastungskammern. Dort fanden sie aufgemalte Zeichen und Inschriften, die Cheops’ Arbeitsgruppen nennen. Flinders Petrie vermaß die Pyramide 1880–1882 mit neuer Genauigkeit. 1954 entdeckte der ägyptische Archäologe Kamal el-Mallakh an der Südseite eine Grube mit einem zerlegten, mehr als 40 m langen Boot aus Zedernholz, das heute als Cheops-Barke bekannt ist. Es wurde wieder zusammengesetzt und später in das Große Ägyptische Museum gebracht.

Die Pyramide hat auch viele abwegige Theorien angeregt, von der „Pyramidologie“ des 19. Jahrhunderts bis zu heutigen Behauptungen über untergegangene Zivilisationen oder Außerirdische. Archäologen weisen diese Vorstellungen zurück. Steinbrüche, Werkzeuge, die Arbeitersiedlung, Gräber, Inschriften und Papyri zeigen zusammen deutlich, dass Ägypter die Pyramide während der Regierungszeit Cheops’ erbauten.

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Mittel

Die Pyramide heute: Welterbe, Tourismus und eine wachsende Stadt

1979 wurden die Pyramiden von Gizeh als Teil der Stätte „Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Plateau wird von den ägyptischen Antikenbehörden verwaltet und empfängt Millionen Besucher.

Die Stätte ist heute verschiedenen Belastungen ausgesetzt: dem Wachstum Kairos, Verkehr und Luftverschmutzung, Veränderungen des Grundwassers sowie der Abnutzung durch die vielen Besucher. Das Besteigen der Pyramide ist verboten. Das Große Ägyptische Museum nahe dem Plateau, in dem sich heute die Cheops-Barke befindet, gehört zu umfassenderen Bemühungen, das Erbe von Gizeh der Welt zu zeigen und zugleich zu schützen.

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Fortgeschritten

Wissenschaftliche Debatten und offene Fragen

Datierung. Cheops’ Regierungszeit wird in das frühe bis mittlere 26. Jahrhundert v. Chr. eingeordnet. Verschiedene Chronologien des alten Ägypten weichen jedoch um mehrere Jahrzehnte voneinander ab. Radiokarbondatierungen von organischem Material im Mörtel der Pyramide ergeben meist etwas ältere Werte als die historischen Datierungen. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Baumeister altes Holz verbrannten oder altes Material wiederverwendeten. Dadurch würden die Proben älter erscheinen. Merers Tagebuch bestätigt, dass noch spät in Cheops’ Regierungszeit Arbeiten im Zusammenhang mit der Pyramide stattfanden.

Baumethoden. Keine einzelne Rampentheorie erklärt alle Funde. Gerade Rampen hätten gewaltige Mengen an Baumaterial erfordert; spiralförmige Rampen hätten die für Messungen benötigten Ecken verdeckt; für innere Rampen fehlt ein direkter Nachweis. Viele Forschende nehmen heute an, dass in verschiedenen Höhen mehrere Techniken kombiniert wurden. Ungeklärt ist auch weiterhin, wie die schweren Granitbalken der Königskammer angehoben wurden.

Das Innere. Wurde der Bauplan während der Arbeiten geändert? Die unvollendete unterirdische Kammer und die Königinnenkammer werden unterschiedlich gedeutet: entweder als aufgegebene Grabkammern früherer Bauphasen oder als Teile eines einzigen ursprünglichen Plans mit verschiedenen rituellen Aufgaben. Die Schächte der Königinnenkammer wurden 1993 mit einem Roboter von Rudolf Gantenbrink erkundet. Sie enden an kleinen steinernen „Türen“ mit Kupferbeschlägen, deren Zweck unbekannt ist.

Verborgene Räume. Das Projekt ScanPyramids gab 2017 bekannt, mithilfe von Myonentomografie einen mindestens 30 m langen Hohlraum über der Großen Galerie entdeckt zu haben. 2023 bestätigte es einen etwa 9 m langen Korridor hinter den v-förmig angeordneten Steinen über dem Nordeingang. Ob der große Hohlraum beim Bau eine Funktion hatte, etwa zur Entlastung des Gewichts oder als Baugalerie, oder einem anderen Zweck diente, ist unbekannt.

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Fortgeschritten

Quellen und Forschungsmethoden

Schriftliche Zeugnisse aus Cheops’ eigener Zeit sind selten, aber aussagekräftig: die aufgemalten Namen der Arbeitsgruppen in den Entlastungskammern, die Merer-Papyri und Inschriften in den Gräbern von Beamten und Familienmitgliedern auf den umliegenden Friedhöfen. Spätere Texte, etwa Erzählungen aus dem Mittleren Reich und die Berichte Herodots, zeigen, wie Ägypter und Griechen sich an Cheops erinnerten. Sie sagen uns nicht zuverlässig, wie er als Mensch war.

Die Siedlungsarchäologie hat das Forschungsgebiet grundlegend verändert. Ausgrabungen der Arbeitersiedlung und der Friedhöfe sowie Untersuchungen von Tierknochen, Brotbackformen, Keramik und Skeletten zeigen, wie die Bauleute ernährt, untergebracht und versorgt wurden. Vermessungen und Kartierungen des Plateaus, der Steinbrüche und der Häfen machen sichtbar, wie die Versorgung mit Steinen organisiert war.

Naturwissenschaftliche Methoden spielen heute eine wichtige Rolle: genaue Laservermessungen, Radiokarbondatierungen, geologische Untersuchungen zur Herkunft der Steine, Sedimentbohrungen zur Rekonstruktion alter Nilarme und zerstörungsfreie Bildgebungsverfahren wie die Myonentomografie. Die experimentelle Archäologie prüft, wie sich Blöcke bearbeiten und bewegen ließen. Zusammen zeigen diese Ansätze, dass die Pyramide sowohl ein Bauwerk als auch das Ergebnis der Arbeit einer ganzen Gesellschaft ist.

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Kernideen

Königsgrab und Ort der Wiedergeburt
Die Pyramide schützte den Körper des Königs und sollte ihm ein ewiges Leben unter Göttern und Sternen ermöglichen.
Horizont
Der Name der Pyramide, Achet-Chufu, verbindet den König mit dem Ort, an dem die Sonne auf- und untergeht.
Staatliche Organisation
Für den Bau mussten in ganz Ägypten Arbeiten geplant, Lebensmittel bereitgestellt, Transporte organisiert und Aufzeichnungen geführt werden.
Präzise Baukunst
Die ebene Grundfläche, der quadratische Grundriss und die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen sind bis auf Bruchteile eines Grades genau.
Versorgte und organisierte Arbeitskräfte
Funde aus der Arbeitersiedlung, den Gräbern und den Inschriften belegen organisierte Arbeitsgruppen statt Sklavenkolonnen.
Von der Stufenpyramide zur echten Pyramide
Innerhalb von etwa einem Jahrhundert entwickelten Baumeister aus Djosers Stufenpyramide Cheops’ riesige Pyramide mit glatten Seiten.
Belege statt Mythen
Steinbrüche, Werkzeuge, Papyri und Siedlungen widerlegen abwegige Theorien darüber, wer die Pyramide gebaut hat.

Einträge

  1. um 2600 v. Chr. — König Snofru, Cheops’ Vater, lässt in Dahschur die Knickpyramide und die Rote Pyramide errichten.
  2. um 2589 v. Chr. — Cheops wird nach einer verbreiteten Chronologie König; der Bau der Pyramide von Gizeh beginnt.
  3. um 2563 v. Chr. — Um Cheops’ 27. Regierungsjahr transportiert Merers Team Kalkstein aus Tura nach Gizeh, wie sein Tagebuch berichtet.
  4. um 440 v. Chr. — Der griechische Historiker Herodot besucht Ägypten und hält Erzählungen über Cheops und seine Pyramide fest.
  5. um 820 n. Chr. — Der Überlieferung nach lässt der Kalif al-Ma’mun einen Tunnel in die Pyramide schlagen.
  6. 1303 — Ein schweres Erdbeben lockert Verkleidungssteine; später wird ein großer Teil der Verkleidung in Kairo wiederverwendet.
  7. 1837 — Howard Vyse und John Perring öffnen die oberen Entlastungskammern und finden Inschriften mit dem Namen Chufu.
  8. 1954 — Kamal el-Mallakh entdeckt die Cheops-Barke in einer Grube neben der Pyramide.
  9. 1979 — Die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur werden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  10. 2013 — Pierre Tallets Forschungsgruppe findet die Papyri mit Merers Tagebuch in Wadi al-Dscharf.
  11. 2017 — Das Projekt ScanPyramids gibt die Entdeckung eines großen Hohlraums über der Großen Galerie bekannt.
  12. 2023 — Ein verborgener Korridor hinter der Nordseite wird mit einer Kamerasonde bestätigt.

Glossar

Pharao
Heutige Bezeichnung für einen altägyptischen König; sie geht auf einen ägyptischen Ausdruck für „großes Haus“ zurück.
Altes Reich
Abschnitt der ägyptischen Geschichte von ungefähr 2700 bis 2200 v. Chr., oft als Zeitalter der Pyramiden bezeichnet.
Dynastie
Eine Folge von Herrschern aus derselben Familie oder Abstammungslinie. Cheops gehörte zur 4. Dynastie.
Mastaba
Rechteckiges Grab mit flachem Dach für Beamte und Angehörige der Königsfamilie; solche Gräber stehen in Reihen um die Pyramide.
Verkleidungssteine
Glatte, genau eingepasste äußere Steinblöcke, die einst die Oberfläche der Pyramide bedeckten.
Kraggewölbe
Eine Decke aus Steinlagen, die nach oben hin jeweils etwas weiter nach innen ragen, bis sie sich treffen, wie in der Großen Galerie.
Sarkophag
Ein großer steinerner Sarg. In der Königskammer steht noch ein Sarkophag aus Granit.
Entlastungskammern
Fünf Räume über der Königskammer, die helfen, das Gewicht der darüberliegenden Steine zu verteilen.
Myonentomografie
Ein Verfahren, das das Innere großer Bauwerke sichtbar macht, indem Teilchen der kosmischen Strahlung gemessen werden, die sie durchdringen.
Papyrus
Schreibmaterial aus der Papyruspflanze, das im alten Ägypten verwendet wurde.
Wesir
Der höchste Beamte der ägyptischen Regierung nach dem König.

Fragen und Antworten

Haben Sklaven die Pyramide gebaut?

Den Funden zufolge nicht. Die Arbeiter lebten in einer organisierten Siedlung und erhielten Brot, Bier, Fleisch und Fisch. Einige wurden in angesehenen Gräbern nahe der Pyramide bestattet. Viele arbeiteten wahrscheinlich abwechselnd als Teil einer Pflicht gegenüber dem Staat.

Wie lange dauerte der Bau?

Wahrscheinlich etwa zwanzig Jahre, also ungefähr so lange wie Cheops’ Regierungszeit. Auch Herodot nannte zwanzig Jahre, obwohl andere Angaben von ihm weniger zuverlässig sind.

Wurde Cheops’ Mumie im Inneren gefunden?

Nein. Der Granitsarkophag in der Königskammer war leer, als Entdecker ihn erreichten. Das Grab wurde wahrscheinlich schon in der Antike beraubt.

Warum ist die Pyramide nicht mehr glatt und weiß?

Der größte Teil ihrer polierten Kalksteinverkleidung wurde im Mittelalter nach einem Erdbeben im Jahr 1303 entfernt und für Gebäude in Kairo wiederverwendet.

Wie konnten die Seiten so genau nach Norden ausgerichtet werden?

Das weiß niemand mit Sicherheit. Forschende haben Verfahren vorgeschlagen, die Sterne um den Himmelspol oder den Schatten der Sonne nutzen. Einige dieser Verfahren wurden in Versuchen geprüft.

Was ist der 2017 entdeckte „große Hohlraum“?

Myonentomografie zeigte einen mindestens 30 m langen leeren Raum über der Großen Galerie. Seine genaue Form und sein Zweck sind unbekannt; betreten wurde er bislang nicht.

Wie zuverlässig sind die Radiokarbondatierungen?

Radiokarbondatierungen von Mörtel bestätigen im Großen und Ganzen eine Entstehung im Alten Reich. Sie ergeben aber meist etwas ältere Werte als die historische Chronologie, möglicherweise wegen alten Holzes oder wiederverwendeten Materials. Deshalb werden sie zusammen mit schriftlichen und archäologischen Belegen ausgewertet.

Ist die Cheops-Pyramide die älteste Pyramide?

Nein. Djosers Stufenpyramide in Sakkara und die Pyramiden Snofrus sind älter. Die Cheops-Pyramide ist die größte, aber nicht die erste.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Memphis and its Necropolis – the Pyramid Fields from Giza to Dahshur. UNESCO World Heritage Centre
  2. Great Pyramid of Giza. Wikipedia
  3. Khufu. Wikipedia
  4. Giza pyramid complex. Wikipedia
  5. Diary of Merer. Wikipedia
  6. Egyptian pyramid construction techniques. Wikipedia
  7. ScanPyramids. Wikipedia
  8. Hemiunu. Wikipedia
  9. Mark Lehner, Zahi Hawass, Giza and the Pyramids. Thames & Hudson, 2017
  10. Pierre Tallet, Mark Lehner, The Red Sea Scrolls: How Ancient Papyri Reveal the Secrets of the Pyramids. Thames & Hudson, 2021

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Mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben aufgeführten veröffentlichten Quellen verfasst und bei neuen Forschungsergebnissen überarbeitet.

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