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Für junge Leser
Vor mehr als 2.200 Jahren vereinigte die Qin-Dynastie China zum ersten Mal. Ihr Herrscher, der Erste Kaiser, war sehr streng. Die Menschen mussten harte Gesetze befolgen und an riesigen Bauwerken arbeiten. Als er starb, begannen an vielen Orten Aufstände. Schon wenige Jahre später zerfiel sein Reich.
Zwei Anführer der Aufständischen wurden besonders mächtig. Xiang Yu stammte aus einer berühmten Familie von Heerführern. Er war groß, stark und mutig und verlor fast nie eine Schlacht. Liu Bang war der Sohn von Bauern und hatte ein kleines Amt auf dem Land. Er war kein besonders guter Kämpfer. Aber er hörte auf kluge Ratgeber und konnte Menschen für sich gewinnen.
Zuerst war Xiang Yu stärker. Er gab Liu Bang ein fernes Königreich in den Bergen, das Han hieß. Doch Liu Bang kam zurück. Vier Jahre lang kämpften die beiden gegeneinander. Xiang Yu gewann immer wieder Schlachten. Liu Bang bekam jedoch weiter Nahrung und Soldaten, und immer mehr Verbündete schlossen sich ihm an.
Schließlich wurde Xiang Yu im Jahr 202 v. Chr. bei Gaixia eingekesselt. Nachts hörte er seine Gegner Lieder aus seiner Heimat Chu singen. Er glaubte, seine Landsleute seien alle zur anderen Seite übergelaufen. Mit wenigen Reitern brach er aus. An einem Fluss wurde er aber in die Enge getrieben. Er wollte lieber sterben, als gefangen genommen zu werden.
Liu Bang wurde Kaiser und gründete die Han-Dynastie. Sie bestand mit einer kurzen Unterbrechung etwa vierhundert Jahre lang. Noch heute bezeichnen sich viele Menschen in China als Han. Auch chinesische Schriftzeichen heißen Han-Zeichen. Auf einem chinesischen Schachbrett trägt der Fluss in der Mitte noch immer die Aufschrift „Chu-Fluss und Han-Grenze“.
Auf einen Blick
- Zeitraum
- 206–202 v. Chr. (nach den Aufständen gegen Qin von 209–206 v. Chr.)
- Schauplatz
- Nord- und Zentralchina, besonders die Gebiete zwischen dem Wei-Tal (Guanzhong) und den Regionen am Huai und am Unterlauf des Jangtse
- Kriegsparteien
- West-Chu unter Xiang Yu gegen Han unter Liu Bang, jeweils mit wechselnden verbündeten Königen
- Wichtige Personen
- Xiang Yu, Liu Bang; Fan Zeng; Han Xin, Xiao He, Zhang Liang, Chen Ping; Peng Yue, Ying Bu
- Entscheidende Schlachten
- Pengcheng (205 v. Chr.), die Kämpfe bei Xingyang und Chenggao, Jingxing (204 v. Chr.), der Wei-Fluss (203 v. Chr.), Gaixia (202 v. Chr.)
- Ergebnis
- Tod Xiang Yus; Liu Bang wird zum Kaiser ausgerufen (Kaiser Gaozu) und gründet die Han-Dynastie
- Wichtigste Quellen
- Sima Qians Aufzeichnungen des Großhistorikers (Shiji) und Ban Gus Buch der Han (Hanshu)
Der Krieg Tag für Tag
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Phasen
Der Aufstand von Chen Sheng und Wu Guang löste Erhebungen im ganzen Osten aus. Xiang Liang und sein Neffe Xiang Yu erhoben Chu in Wu, Liu Bang erhob sich in Pei, und ein König von Chu wurde inthronisiert. Nachdem Xiang Liang bei Dingtao gefallen war, zerschlug Xiang Yu das Qin-Heer bei Julu und nahm Zhang Hans Kapitulation an, während Liu Bang durch den Wu-Pass nach Westen in Richtung der Qin-Hauptstadt vorrückte.
資治通鑑 卷7 秦紀二 (Zizhi tongjian, 209 BC), Wikisource資治通鑑 卷8 秦紀三 (Zizhi tongjian, 208–207 BC), Wikisource史記 卷16 秦楚之際月表 (Shiji, monthly table of the Qin–Chu transition), WikisourceChu–Han Contention (English Wikipedia)sxtwl_cpp (寿星天文历 by 許劍偉), SSQ.cpp: new-moon fit '古历·秦汉' and 10th-month year start / 後九月 rule for -220…-104, used to convert lunar months
Letzte Ereignisse
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Einfach
Was war der Chu-Han-Krieg?
Der Chu-Han-Krieg war ein Krieg um die Herrschaft über China von 206 bis 202 v. Chr. Zwei Anführer, die zuvor beim Sturz der Qin-Dynastie geholfen hatten, kämpften gegeneinander: Xiang Yu, der sich „Hegemon-König von West-Chu“ nannte, und Liu Bang, der König von Han. Der Name des Krieges stammt von ihren beiden Herrschaftsgebieten Chu und Han.
Der Krieg war der zweite Teil einer längeren Entwicklung. Zuerst erhoben sich ab 209 v. Chr. in ganz China Menschen gegen die Qin. Danach stritten die Sieger darüber, wer das Kaiserreich übernehmen sollte. Liu Bang gewann und wurde 202 v. Chr. der erste Kaiser der Han-Dynastie. Er ist als Kaiser Gaozu bekannt.
Weil die Han-Dynastie die chinesische Kultur und Geschichte stark prägte, wurde die Geschichte ihrer Gründung immer wieder erzählt: in Geschichtswerken, Gedichten, Opern, Romanen, Filmen und sogar Brettspielen.
Einfach
Hintergrund: der Untergang der Qin
221 v. Chr. schloss der Staat Qin die Eroberung der anderen Reiche der Zeit der Streitenden Reiche ab und schuf das erste geeinte chinesische Kaiserreich. Sein Herrscher nahm den neuen Titel „Kaiser“ an und ist als Qin Shi Huang, der Erste Kaiser, bekannt. Die Qin vereinheitlichten die Schrift sowie Maße und Gewichte. Sie regierten durch ein zentralisiertes System aus Kommandanturen und Kreisen. Ihre Gesetze waren jedoch streng, und Millionen Menschen wurden für das Heer sowie für riesige Bauvorhaben wie Mauern, Straßen, Paläste und das Grab des Kaisers verpflichtet.
Der Erste Kaiser starb 210 v. Chr. Mit Hilfe der mächtigen Beamten Zhao Gao und Li Si wurde sein jüngerer Sohn Zweiter Kaiser. Darauf folgten politische Morde. 209 v. Chr. führten zwei Anführer von zum Dienst verpflichteten Männern, Chen Sheng und Wu Guang, einen Aufstand an. Laut dem Shiji hatte Regen ihren Weg zum Grenzdienst verzögert. Weil ihnen für eine verspätete Ankunft die Todesstrafe drohte, entschieden sie sich für die Rebellion. Chen Sheng wird die berühmte Frage zugeschrieben: „Sind Könige, Fürsten, Generäle und Minister etwa von anderer Art?“
Ihr Aufstand wurde bald niedergeschlagen, löste aber weitere Aufstände aus. Im Osten ließen Rebellen die alten Königreiche wieder aufleben, die Qin zerstört hatte. Im Süden stellten Xiang Liang und sein Neffe Xiang Yu ein Heer auf und erhoben einen Nachfahren des alten Königshauses von Chu zum König Huai von Chu. Zu den vielen örtlichen Anführern, die sich Chu anschlossen, gehörte Liu Bang aus dem Kreis Pei.
Einfach
Zwei Rivalen: Xiang Yu und Liu Bang
Xiang Yu (um 232–202 v. Chr.) stammte aus einer Familie von Heerführern aus Chu. Sein Großvater Xiang Yan war im Kampf gegen Qin gefallen. Das Shiji beschreibt Xiang Yu als ungewöhnlich groß und stark; er habe einen Bronzekessel heben können. Auf dem Schlachtfeld war er ein hervorragender Befehlshaber. Zugleich war er stolz, wurde schnell zornig und konnte den Quellen zufolge sehr grausam sein.
Liu Bang (256 oder 247–195 v. Chr.) stammte aus einer Bauernfamilie. Er hatte ein niedriges örtliches Amt bekleidet und eine kleine Poststation im Kreis Pei geleitet. Die Geschichtsschreiber schildern ihn als grob, als Liebhaber von Wein und Frauen und bisweilen als feige. Sie beschreiben ihn aber auch als großzügig, als guten Menschenkenner und als jemanden, der Rat annahm. Zu seinen Gefolgsleuten gehörten der Verwalter Xiao He, der Stratege Zhang Liang, der gewiefte Chen Ping und der Soldat Fan Kuai. Später kam der große Heerführer Han Xin hinzu.
König Huai von Chu versprach, dass derjenige König von Guanzhong werden sollte, der zuerst dieses Kerngebiet der Qin, das „Land innerhalb der Pässe“, erreichte. Liu Bang wurde nach Westen geschickt. Xiang Yu zog nach Norden, um gegen das Hauptheer der Qin zu kämpfen. Dieses Versprechen bestimmte ihren späteren Streit.
Mittel
207–206 v. Chr.: das Ende der Qin und das Bankett am Hong-Tor
207 v. Chr. führte Xiang Yu das Heer von Chu über den Gelben Fluss, um die belagerte Stadt Julu zu entsetzen. Dem Shiji zufolge ließ er die Boote seiner Soldaten versenken und ihre Kochtöpfe zerschlagen. Sie behielten nur Verpflegung für drei Tage und mussten deshalb siegen oder sterben. Sie schlugen die Qin-Truppen in die Flucht; später ergab sich auch der Qin-General Zhang Han. Bei Xin’an ließ Xiang Yu jedoch die Soldaten töten, die sich ergeben hatten. Das Shiji nennt mehr als 200.000 Tote. Historiker können diese Zahl nicht überprüfen, doch sie zeigt, wie das Massaker in Erinnerung blieb.
Währenddessen erreichte Liu Bang als Erster Guanzhong. Ende 207 v. Chr. ergab sich ihm Ziying, der letzte Qin-Herrscher. Liu Bang ließ die Schatzkammern und Paläste versiegeln. Laut dem Shiji ersetzte er die Qin-Gesetze durch drei einfache Regeln: Mord wurde mit dem Tod bestraft, Körperverletzung und Diebstahl entsprechend der Tat. So gewann er Unterstützung in der Bevölkerung.
Xiang Yu traf mit einem viel größeren Heer ein und war wütend. Beim berühmten Bankett am Hong-Tor (Hongmen) drängte ihn sein Berater Fan Zeng, Liu Bang zu töten. Xiang Zhuang führte einen Schwerttanz auf, der mit einem Mord enden sollte. Liu Bang entschuldigte sich demütig. Zhang Liang und Fan Kuai schützten ihn, und er konnte entkommen. Anschließend zog Xiang Yu in Xianyang ein, tötete Ziying und ließ die Qin-Paläste niederbrennen.
206 v. Chr. teilte Xiang Yu das Reich unter seinen Heerführern und Verbündeten in achtzehn Königreiche auf. Er selbst nahm den Titel „Hegemon-König von West-Chu“ an und machte Pengcheng (das heutige Xuzhou) zu seiner Hauptstadt. Entgegen dem Versprechen machte er Liu Bang nicht zum König von Guanzhong, sondern gab ihm die abgelegenen Gebiete Ba, Shu und Hanzhong im Südwesten mit dem Titel „König von Han“. Guanzhong teilte er unter drei Qin-Generälen auf, die sich ergeben hatten. König Huai erhielt den machtlosen Titel „Kaiser Yi“. Er wurde fortgeschickt und auf Xiang Yus Befehl getötet.
Mittel
Der Kriegsverlauf, 206–203 v. Chr.
Liu Bang blieb nicht lange in Han. Auf Xiao Hes Empfehlung ernannte er Han Xin zu seinem obersten Heerführer. 206 v. Chr. drang das Han-Heer auf einem überraschenden Weg über Chencang wieder nach Guanzhong vor und besiegte die drei Könige, die Xiang Yu dort eingesetzt hatte. Die Ermordung von Kaiser Yi gab Liu Bang eine moralische Begründung für seinen Kampf: Er rief zur Trauer auf und forderte die Könige auf, den Mörder zu bestrafen.
205 v. Chr., während Xiang Yu im Nordosten in Qi kämpfte, führte Liu Bang ein großes Bündnisheer nach Pengcheng und nahm die Stadt ein. Laut dem Shiji zählte sein Heer 560.000 Mann. Xiang Yu eilte mit etwa 30.000 ausgewählten Soldaten zurück und vernichtete das Bündnisheer. Dem Shiji zufolge starben so viele Han-Soldaten im Sui-Fluss, dass sie seinen Lauf blockierten. Liu Bang entkam nur knapp; sein Vater und seine Frau Lü Zhi gerieten in Gefangenschaft.
Danach zog sich der Krieg um Xingyang und Chenggao in die Länge. Diese befestigten Städte sicherten nahe dem Gelben Fluss und einem großen Getreidespeicher den Zugang nach Guanzhong. Xiang Yu gewann die meisten Schlachten. Xiao He schickte jedoch weiter Männer und Getreide aus Guanzhong. Chen Pings Intrigen säten Misstrauen zwischen Xiang Yu und Fan Zeng. Fan Zeng verließ Xiang Yu im Zorn und starb 204 v. Chr. Peng Yues Überfälle hinter den Linien von Chu und der Seitenwechsel von Ying Bu, dem König von Jiujiang, schwächten Chu zusätzlich. Einmal drohte Xiang Yu, Liu Bangs Vater lebendig zu kochen. Laut dem Shiji erwiderte Liu Bang, Xiang Yu solle die Suppe mit ihm teilen, da sie geschworene Brüder seien.
Im Norden führte Han Xin einen eigenständigen und erfolgreichen Feldzug. Er eroberte Wei und Dai. 204 v. Chr. besiegte er bei Jingxing das Heer von Zhao, indem er seine Soldaten absichtlich mit dem Rücken zu einem Fluss aufstellte. So konnten sie nicht zurückweichen. Daher stammt die Redewendung „mit dem Rücken zum Wasser kämpfen“. Danach nahm er Qi ein und vernichtete 203 v. Chr. am Wei-Fluss in Shandong ein Entsatzheer von Chu. Han Xin forderte den Titel „König von Qi“ und erhielt ihn. Chu war nun von mehreren Seiten eingekreist.
Mittel
Der Waffenstillstand am Hong-Kanal und das Ende bei Gaixia (203–202 v. Chr.)
203 v. Chr. waren beide Seiten erschöpft. Xiang Yu und Liu Bang vereinbarten, China entlang des Hong-Kanals aufzuteilen: Chu sollte den Osten, Han den Westen erhalten. Xiang Yu ließ Liu Bangs Vater und Frau frei. Als sich Xiang Yus Heer zurückzog, überredeten Zhang Liang und Chen Ping Liu Bang jedoch, den Waffenstillstand zu brechen und ihm nachzusetzen. Nach einem anfänglichen Rückschlag versprach Liu Bang Han Xin und Peng Yue große Gebiete. Daraufhin schlossen sich ihre Heere ihm an.
Ende 202 v. Chr. umzingelten die vereinten Han-Truppen Xiang Yu bei Gaixia im heutigen Anhui. Das Shiji erzählt, wie Xiang Yu nachts aus allen Richtungen Lieder aus Chu im feindlichen Lager hörte. Er rief, Han müsse bereits ganz Chu erobert haben. Er trank mit seiner geliebten Gefährtin Yu und sang ein kurzes Lied, das mit den Worten beginnt: „Meine Kraft könnte Berge ausreißen, mein Mut überragte die Welt.“ Die Wendung „Lieder aus Chu von allen vier Seiten“ (sìmiàn Chǔgē) bedeutet noch heute, völlig eingekreist zu sein.
Xiang Yu brach mit etwa achthundert Reitern aus und floh nach Süden. Die Reiterei von Han verfolgte ihn. Am Wu-Fluss bot ihm ein örtlicher Beamter an, ihn in seine Heimat östlich des Jangtse überzusetzen, damit er ein neues Heer aufstellen könne. Xiang Yu lehnte ab. Er sagte, er könne den Ältesten nicht mehr unter die Augen treten, die ihre Söhne mit ihm in den Krieg geschickt hatten: Sie waren alle tot. Nach einem letzten Kampf nahm er sich das Leben, indem er sich die Kehle durchschnitt. Kurz darauf wurde Liu Bang zum Kaiser ausgerufen. Die Han-Dynastie begann.
Mittel
Folgen: die Han-Dynastie und ihre Kompromisse
Das deutlichste Ergebnis war eine neue Dynastie. Die Han herrschten, mit einer Unterbrechung unter Wang Mang (9–23 n. Chr.), bis 220 n. Chr. Sie gaben der Bevölkerungsmehrheit Chinas, den Han, und den chinesischen Schriftzeichen ihren Namen (chinesisch hanzi, koreanisch hanja, japanisch kanji). Die Han behielten große Teile der zentralisierten Verwaltung der Qin und sogar viele ihrer Gesetze bei, wie ausgegrabene Gesetzestexte zeigen. Sie stellten sich selbst aber als mildere Herrscher dar.
Der Krieg prägte auch die Politik der Han. Liu Bang hatte mit Hilfe mächtiger Verbündeter gewonnen, die zu Königen ernannt wurden. Anfangs verband das Han-Reich direkt verwaltete Kommandanturen im Westen mit teilweise selbstständigen Königreichen im Osten. Innerhalb weniger Jahre entmachtete Liu Bang fast alle Könige, die nicht zu seiner Familie gehörten: Han Xin wurde 201 v. Chr. herabgestuft und 196 v. Chr. hingerichtet; Peng Yue und Ying Bu wurden ebenfalls ausgeschaltet. Das auf Han Xin bezogene Sprichwort „Ist der schlaue Hase tot, wird der Jagdhund gekocht“ drückt aus, wie spätere Leser dies beurteilten.
Die Jahre der Aufstände und des Bürgerkriegs forderten viele Opfer unter der Bevölkerung, auch wenn keine verlässlichen Zahlen vorliegen. Sima Qian schrieb, dass zu Beginn der Han-Zeit in den großen Städten nur noch ein kleiner Teil der früheren Haushalte gezählt werden konnte. Die frühen Han-Herrscher senkten Steuern, verringerten die Arbeitspflichten und vermieden große Kriege. Diese Politik der Erholung war vom Huang-Lao-Denken beeinflusst. Nach einer Niederlage gegen die Xiongnu bei Baideng im Jahr 200 v. Chr. begann Liu Bang die Heqin-Politik: Heiratsbündnisse und Geschenke sollten den Frieden mit dem Nomadenreich im Norden sichern.
Mittel
Erinnerung: Gedichte, Redewendungen, Oper und Spiele
Nur wenige Ereignisse der chinesischen Geschichte haben so viele bis heute gebräuchliche Redewendungen hervorgebracht: „die Kessel zerschlagen und die Boote versenken“ (pòfǔ chénzhōu) für vollen Einsatz ohne Rückweg; „ein Bankett am Hong-Tor“ für ein Festmahl, das in Wahrheit eine Falle ist; „mit dem Rücken zum Wasser kämpfen“ (bèishuǐ yí zhàn); und „Lieder aus Chu von allen vier Seiten“. Diese Redewendungen sind auch in anderen Ländern verbreitet, die chinesische Schriftzeichen nutzen oder nutzten, darunter Korea und Japan.
Dichter stritten über Xiang Yus Entscheidung am Wu-Fluss. Der Tang-Dichter Du Mu meinte, er hätte nach Hause zurückkehren und später erneut in den Kampf ziehen können. Der Staatsmann Wang Anshi aus der Song-Zeit entgegnete, die Menschen in Jiangdong hätten nie wieder für ihn gekämpft. Die Song-Dichterin Li Qingzhao schrieb zu einer Zeit, als der Song-Hof vor den Jurchen nach Süden geflohen war. Sie pries Xiang Yu als Helden unter den Menschen zu Lebzeiten und unter den Geistern nach seinem Tod, der nicht nach Jiangdong zurückkehren wollte. Darin lag ein indirekter Vorwurf an ihre eigenen Herrscher.
Die Geschichte von Xiang Yu und seiner Gefährtin Yu wurde zur Pekingoper Leb wohl, meine Konkubine (Bawang bie ji). Sie wurde durch die Aufführungen von Mei Lanfang berühmt und gab Chen Kaiges Film von 1993 seinen Namen. Beliebte Romane aus der Ming-Zeit erzählten den ganzen Krieg nach. In Korea ist die Geschichte durch Romane mit dem Titel Chohanji weithin bekannt. Auf dem chinesischen Schachbrett trägt der Fluss in der Mitte die Aufschrift „Chu-Fluss, Han-Grenze“. Im koreanischen Janggi sind die beiden Generäle mit den Schriftzeichen für Chu und Han gekennzeichnet.
Auch in der neueren Zeit erhielt die Erinnerung eine politische Bedeutung. In der marxistischen chinesischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts wurde der Aufstand von Chen Sheng und Wu Guang als erster großer Bauernaufstand der chinesischen Geschichte gefeiert. Liu Bangs einfache Herkunft wurde dabei manchmal Xiang Yus adliger Abstammung gegenübergestellt. Da der Krieg innerhalb Chinas stattfand, unterscheiden sich die Bewertungen vor allem darin, ob Xiang Yus Heldenmut oder Liu Bangs politisches Geschick bewundert wird.
Fortgeschritten
Historische Hauptquellen: Sima Qian und Ban Gu
Fast alles, was wir wissen, stammt aus dem Shiji (Aufzeichnungen des Großhistorikers). Sima Qian vollendete es um 91 v. Chr., ungefähr ein Jahrhundert nach dem Krieg. Die Kapitel über Xiang Yu, Kaiser Gaozu, Han Xin, Xiao He, Zhang Liang und andere überschneiden sich. Deshalb wird dasselbe Ereignis oft aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Sima Qian nutzte ältere Schriften, darunter das heute verlorene Chu Han chunqiu, das Lu Jia zugeschrieben wurde, einem Zeitgenossen der Ereignisse. Außerdem verwendete er Hofdokumente und mündliche Erzählungen, die er auf seinen Reisen sammelte.
Das Buch der Han (Hanshu) wurde von Ban Biao begonnen und größtenteils von seinem Sohn Ban Gu im 1. Jahrhundert n. Chr. geschrieben. Es behandelt denselben Zeitraum und übernimmt oft Passagen aus dem Shiji, setzt aber bei Anordnung und Gewichtung andere Schwerpunkte. Spätere Gesamtdarstellungen wie Sima Guangs Zizhi tongjian (1084) ordnen die Ereignisse chronologisch, liefern für diese Zeit aber kaum unabhängige Belege.
Die Archäologie liefert eher Hintergrundwissen als eine fortlaufende Erzählung. Rechts- und Verwaltungstexte der Qin auf Bambusstreifen, etwa aus Shuihudi und Liye, sowie frühe Han-Gesetze aus Zhangjiashan zeigen, wie der Qin-Staat tatsächlich funktionierte und wie viel die Han davon beibehielten. Einige Forscher weisen darauf hin, dass Qin-Gesetze für bestimmte Arten von Verspätung Geldstrafen statt der Todesstrafe vorsahen. Das könnte die Geschichte infrage stellen, nach der Chen Shengs Männer mit ihrer Hinrichtung rechnen mussten. Allerdings könnte für ihren Dienst eine andere Regel gegolten haben. Solche Funde erinnern daran, dass die Geschichtsschreiber der Han Gründe hatten, die untergegangenen Qin als grausam darzustellen.
Fortgeschritten
Geschichtsschreibung: wie die Erzählung geprägt wurde
Sima Qian widmete Xiang Yu ein Kapitel in den „Grundlegenden Annalen“ (benji), einem Teil seines Werks, der normalerweise Herrschern vorbehalten war. Damit erkannte er an, dass Xiang Yu das Reich eine Zeit lang tatsächlich beherrscht hatte. Ban Gu, der als Geschichtsschreiber am Han-Hof tätig war, stellte ihn dagegen zusammen mit Chen Sheng in den Teil mit den gewöhnlichen Biografien. Dieser Unterschied zeigt eine bis heute andauernde Debatte darüber, wer einen rechtmäßigen Anspruch auf die Herrschaft hatte.
Sima Qian schrieb nicht einfach Propaganda für die Han. Er hielt auch für Liu Bang wenig schmeichelhafte Ereignisse fest: So soll Liu Bang bei der Flucht aus Pengcheng seine eigenen Kinder aus dem Wagen gestoßen haben, um schneller zu entkommen. Sima Qians abschließendes Urteil über Xiang Yu ist vielschichtig. Er bewundert dessen Aufstieg, kritisiert aber, dass Xiang Yu sich auf Gewalt verließ und am Ende behauptete, der Himmel vernichte ihn und nicht ein Fehler seiner Kriegsführung sei schuld. Sima Qian nennt diese Behauptung unsinnig. Viele heutige Leser sehen in seinen Porträts eine literarische Gestaltung, die die Personen zu Beispielen für moralische Urteile machte.
Diese literarische Gestaltung wirft Fragen nach der Verlässlichkeit auf. Szenen wie das Bankett am Hong-Tor mit ausführlichen Gesprächen und dramatischen Gesten können nicht Wort für Wort aufgezeichnet worden sein. Forscher diskutieren, wie viel davon ausgeschmückt wurde. Truppenzahlen wie 560.000 Mann bei Pengcheng oder 200.000 Getötete bei Xin’an sind fast sicher übertrieben oder symbolisch. Heutige Historiker deuten den Krieg auch anhand größerer politischer Entwicklungen: als Konflikt zwischen Xiang Yus Versuch, eine Ordnung mit mehreren Königreichen wie zur Zeit der Streitenden Reiche wiederherzustellen, und Liu Bangs späterem Aufbau eines zentralisierten Kaiserreichs nach dem Vorbild der Qin. Andere betonen die Bedeutung regionaler Zugehörigkeiten, besonders zu Chu.
Schlachten (3)
Kernideen
- Von Qin zu Han
- Der Krieg entschied, wer nach dem Zerfall der Qin das erste chinesische Kaiserreich übernehmen würde.
- Held gegen Politiker
- Xiang Yus militärisches Können unterlag Liu Bangs Geschick im Umgang mit Beratern, Verbündeten und der Versorgung seines Heeres.
- Versorgung und sichere Ausgangsgebiete
- Liu Bangs sichere Machtbasis in Guanzhong, die Xiao He verwaltete, ließ ihn wiederholte Niederlagen überstehen.
- Königreiche und Kommandanturen
- Nach dem Krieg gab es sowohl zentral verwaltete Kommandanturen als auch teilweise selbstständige Königreiche. Die Han schafften die Selbstständigkeit der Königreiche nach und nach ab.
- Rechtmäßigkeit der Herrschaft
- Versprechen, die Ermordung von Kaiser Yi und die Entscheidungen späterer Geschichtsschreiber beeinflussten, wer als rechtmäßiger Herrscher galt.
- Geschichte als Literatur
- Sima Qians anschauliche Szenen machten den Krieg unvergesslich. Sie erschweren es aber auch, Tatsachen von Ausschmückungen zu unterscheiden.
Einträge
- 221 v. Chr. — Die Qin vollenden die Einigung Chinas (221 v. Chr.).
- 210 v. Chr. — Der Erste Kaiser stirbt (210 v. Chr.).
- 209 v. Chr. — Chen Sheng und Wu Guang erheben sich gegen Qin; weitere Aufstände breiten sich aus (209 v. Chr.).
- 207 v. Chr. — Xiang Yu siegt bei Julu; Ziying ergibt sich Ende des Jahres Liu Bang (207 v. Chr.).
- 206 v. Chr. — Bankett am Hong-Tor; Xiang Yu lässt Xianyang niederbrennen und schafft achtzehn Königreiche; Liu Bang wird König von Han und kehrt nach Guanzhong zurück (206 v. Chr.).
- 205 v. Chr. — Liu Bang nimmt Pengcheng ein, wird aber von Xiang Yu vernichtend geschlagen (205 v. Chr.).
- 204 v. Chr. — Han Xin siegt bei Jingxing; Fan Zeng verlässt Xiang Yu und stirbt (204 v. Chr.).
- 203 v. Chr. — Han Xin siegt am Wei-Fluss; der Waffenstillstand am Hong-Kanal teilt China (203 v. Chr.).
- 202 v. Chr. — Schlacht bei Gaixia; Xiang Yu stirbt am Wu-Fluss; Liu Bang wird zum Kaiser ausgerufen (202 v. Chr.).
- 200 v. Chr. — Liu Bang wird bei Baideng von den Xiongnu eingekesselt (200 v. Chr.).
- 196 v. Chr. — Han Xin wird hingerichtet (196 v. Chr.).
- um 91 v. Chr. — Sima Qian vollendet das Shiji, die wichtigste Quelle für den Krieg (um 91 v. Chr.).
Glossar
- Qin-Dynastie
- Die Dynastie, die China 221 v. Chr. erstmals einigte und 207/206 v. Chr. unterging.
- Han-Dynastie
- Die von Liu Bang gegründete Dynastie. Sie herrschte mit einer kurzen Unterbrechung von 202 v. Chr. bis 220 n. Chr.
- Chu
- Ein großes südliches Reich aus der Zeit der Streitenden Reiche. Die Aufständischen ließen seinen Namen und seine politische Identität wieder aufleben.
- Guanzhong
- Das „Land innerhalb der Pässe“: das Tal des Wei-Flusses und das Kerngebiet der Qin um das heutige Xi’an.
- Hegemon-König (bawang)
- Der Titel, den Xiang Yu als Oberherr der anderen Könige annahm.
- Kommandantur (jun)
- Ein Verwaltungsgebiet, das von Beamten regiert wurde, die die Zentralregierung ernannte.
- Grundlegende Annalen (benji)
- Die Kapitel des Shiji über Herrscher und Dynastien.
- Heqin
- Die Politik der frühen Han, durch Heiratsbündnisse und Geschenke Frieden mit den Xiongnu zu bewahren.
- Xiongnu
- Ein mächtiger Zusammenschluss von Nomadengruppen nördlich von China.
Fragen und Antworten
Warum heißt der Krieg „Chu-Han-Krieg“?
Weil die beiden Seiten Xiang Yus Reich West-Chu und Liu Bangs Königreich Han waren.
War Xiang Yu ein besserer Heerführer als Liu Bang?
Ja. Die meisten Quellen stimmen darin überein, dass Xiang Yu auf dem Schlachtfeld der bessere Befehlshaber war. Liu Bang gewann dank seiner Versorgungsbasis, seiner Berater, seiner Heerführer wie Han Xin und seiner Fähigkeit, Verbündete zu gewinnen.
Was bedeutet „Lieder aus Chu von allen vier Seiten“?
Bei Gaixia hörte Xiang Yu Lieder aus seiner Heimat im feindlichen Lager. Er fühlte sich völlig eingekreist und verlassen. Heute bedeutet die Wendung, von allen Seiten abgeschnitten zu sein.
Tötete Xiang Yu wirklich 200.000 Soldaten, die sich ergeben hatten?
Das Shiji nennt diese Zahl. In Xin’an wurden offenbar tatsächlich Soldaten getötet, die sich ergeben hatten. Zahlenangaben aus dem alten China sind jedoch oft übertrieben. Die genaue Zahl lässt sich nicht bestätigen.
Warum nahm Sima Qian Xiang Yu in die Annalen der Herrscher auf?
Weil Xiang Yu einige Jahre lang der tatsächliche Machthaber im Reich war und Könige einsetzte. Ban Gu beurteilte dies später anders und stellte ihn in den Teil mit den Biografien. Das zeigt den Streit um die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft.
Hat das Bankett am Hong-Tor wirklich stattgefunden?
Ein Treffen der beiden Anführer fand sehr wahrscheinlich statt. Die ausführlichen Gespräche und der Schwerttanz verdanken sich aber vermutlich zum großen Teil späteren Erzählungen und Sima Qians literarischer Gestaltung.
Was geschah nach dem Krieg mit Liu Bangs Heerführern?
Die meisten Könige, die nicht zu Liu Bangs Familie gehörten, darunter Han Xin und Peng Yue, wurden innerhalb weniger Jahre herabgestuft oder hingerichtet, während Liu Bang die Macht stärker in seiner Hand vereinte.
Quellen und weiterführende Literatur
- Chu–Han Contention. Wikipedia
- Xiang Yu. Wikipedia
- Emperor Gaozu of Han. Wikipedia
- Han Xin. Wikipedia
- Feast at Hong Gate. Wikipedia
- Battle of Gaixia. Wikipedia
- Records of the Grand Historian. Wikipedia
- Book of Han. Wikipedia
- Denis Twitchett and Michael Loewe (eds.), The Cambridge History of China, Vol. 1: The Ch’in and Han Empires, 221 B.C.–A.D. 220. Cambridge University Press, 1986
- Sima Qian, trans. Burton Watson, Records of the Grand Historian: Han Dynasty I (revised edition). Columbia University Press, 1993
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Mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben aufgeführten veröffentlichten Quellen verfasst und bei neuen Forschungsergebnissen überarbeitet.