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Für junge Leser
Vor etwa neunzig Jahren wollten Japans Machthaber ein großes Reich in Asien aufbauen. Japan hatte Korea und Taiwan schon zu Kolonien gemacht. 1931 besetzte es die Mandschurei im Nordosten Chinas.
Im Juli 1937 wurde aus einem kurzen Schusswechsel an einer Brücke bei Peking ein großer Krieg. Japans gut ausgerüstete Armee eroberte schnell große chinesische Städte wie Shanghai und Nanjing. China war groß, aber ärmer und hatte weniger Waffen. Trotzdem gab es nicht auf. Die chinesische Regierung zog weit ins Landesinnere nach Chongqing und kämpfte weiter.
Als japanische Soldaten im Dezember 1937 Nanjing eroberten, töteten sie sehr viele chinesische Gefangene und andere Menschen. Sie taten auch vielen Frauen Gewalt an. Das nennt man das Massaker von Nanjing. Es gehört zu den schlimmsten Ereignissen des 20. Jahrhunderts.
Auch viele Menschen aus Korea waren von diesem Krieg betroffen. Japan herrschte damals über Korea und zwang viele Koreaner, für Japan zu arbeiten oder zu kämpfen. Andere Koreaner gingen nach China und kämpften für die Freiheit Koreas. Dort gründete die koreanische Exilregierung 1940 die Koreanische Befreiungsarmee.
Der Krieg dauerte acht Jahre und wurde Teil des Zweiten Weltkriegs. Millionen Menschen starben, und viele Millionen verloren ihr Zuhause. Im August 1945 gab Japan auf. Damit endete auch Japans Herrschaft über Korea. In China, Japan und Korea erinnern sich die Menschen bis heute an den Krieg. Manchmal sind sie sich uneinig, wie seine Geschichte erzählt werden soll.
Auf einen Blick
- Zeitraum
- 7. Juli 1937 (Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke) bis 9. September 1945 (Kapitulation in Nanjing); die offizielle chinesische Geschichtsschreibung spricht heute von einem „vierzehnjährigen Krieg“ ab 1931
- Schauplätze
- Ost-, Nord-, Mittel- und Südchina, Mandschurei; damit verbundene Kampfhandlungen in Burma
- Kriegsparteien
- Kaiserreich Japan (mit kollaborierenden Regimen wie Mandschukuo und der Regierung Wang Jingweis) gegen die Republik China (nationalistische Regierung und kommunistische Streitkräfte), später unterstützt von der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien
- Wichtige Ereignisse
- Schlacht um Shanghai 1937, Massaker von Nanjing 1937–1938, Schlachten von Tai’erzhuang und Wuhan 1938, Bombardierung von Chongqing 1938–1943, Angriff auf Pearl Harbor 1941, Operation Ichi-gō 1944
- Todesopfer
- Die Zahl der chinesischen Todesopfer wird häufig auf 14 bis 20 Millionen oder mehr geschätzt (Soldaten und Zivilisten); die Zahl der in China gefallenen japanischen Soldaten auf etwa 450.000 bis 700.000; alle Angaben sind unsicher
- Vertreibung und Flucht
- Viele Millionen Flüchtlinge; häufig werden 80 bis 100 Millionen genannt
- Bezug zu Korea
- Das unter japanischer Kolonialherrschaft stehende Korea wurde für den Krieg mobilisiert; die koreanische Exilregierung in Chongqing gründete 1940 die Koreanische Befreiungsarmee
- Ergebnis
- Kapitulation Japans im August und September 1945; Taiwan kam wieder unter chinesische Herrschaft; Korea wurde befreit; der chinesische Bürgerkrieg begann erneut
Einfach
Was war der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg?
Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg war ein Krieg zwischen dem Kaiserreich Japan und der Republik China. Er begann im Juli 1937 und endete 1945 mit Japans Kapitulation. Er heißt „zweiter“ Krieg, weil Japan und das China der Qing-Dynastie bereits 1894–1895 den Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg geführt hatten. In China ist er als Widerstandskrieg gegen Japan (Kàngrì zhànzhēng) bekannt. In Japan hieß er während des Krieges offiziell „China-Zwischenfall“ und wird heute meist Japanisch-Chinesischer Krieg (Nitchū sensō) genannt.
Er war der größte Krieg in der Geschichte Asiens. Mehr als vier Jahre lang, von 1937 bis Dezember 1941, kämpfte China weitgehend allein gegen Japan. Als Japan im Dezember 1941 Pearl Harbor sowie britische und niederländische Kolonien angriff, wurde der Krieg Teil des Zweiten Weltkriegs. China kämpfte nun an der Seite der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Sowjetunion.
Für China war der Krieg eine Katastrophe: Millionen Menschen wurden getötet, Städte bombardiert und viele Millionen Menschen zu Flüchtlingen. Der Krieg veränderte auch Chinas Politik. Er trug dazu bei, dass die Kommunistische Partei so stark wurde, dass sie 1949 den Bürgerkrieg gewann. Für Korea, das damals eine japanische Kolonie war, bedeutete der Krieg eine harte Mobilisierung im eigenen Land und einen bewaffneten Unabhängigkeitskampf im Ausland.
Einfach
Hintergrund und Ursachen
Seit dem späten 19. Jahrhundert war Japan zu einer Industrie- und Kolonialmacht geworden. Es nahm China 1895 Taiwan ab, erhielt nach dem Russisch-Japanischen Krieg von 1904–1905 Rechte in der südlichen Mandschurei und annektierte 1910 Korea. Mit den Einundzwanzig Forderungen von 1915 versuchte es, seinen Einfluss in China auszuweiten. Viele japanische Führungspersonen hielten China und besonders die rohstoffreiche Mandschurei für entscheidend für Japans Sicherheit und Wirtschaft.
China war unterdessen gespalten. Nach dem Ende der Qing-Dynastie 1912 kämpften Warlords um die Macht, bis Chiang Kai-sheks Nationalistische Partei (Guomindang) 1928 große Teile des Landes vereinigte. Danach führten die Nationalisten einen erbitterten Bürgerkrieg gegen die Kommunistische Partei Chinas. Am 18. September 1931 inszenierten Offiziere der japanischen Kwantung-Armee eine Explosion an einer Eisenbahnstrecke bei Shenyang (Mukden). Sie nutzten diese als Vorwand, um die gesamte Mandschurei zu besetzen. Dort errichtete Japan 1932 den Marionettenstaat Mandschukuo mit dem früheren Qing-Kaiser Puyi an der Spitze. Als der Völkerbund dies kritisierte, trat Japan 1933 aus ihm aus.
In den folgenden Jahren wuchs der japanische Druck auf Nordchina. Im Dezember 1936 hielten zwei seiner eigenen Generäle Chiang beim Zwischenfall von Xi’an fest und drängten ihn, den Kampf gegen die Kommunisten zu beenden und mit ihnen eine Einheitsfront gegen Japan zu bilden. 1937 verlangte die chinesische Öffentlichkeit Widerstand. In Japan hatte das Militär großen politischen Einfluss, und viele Führungspersonen glaubten, China rasch besiegen zu können.
Einfach
Wer kämpfte?
Japan kämpfte mit einem gut ausgebildeten und ausgerüsteten Heer sowie einer starken Marine und Luftwaffe. In den besetzten Gebieten Chinas schuf und nutzte es außerdem kollaborierende Regierungen: Mandschukuo im Nordosten und ab 1940 die Reorganisierte Nationalregierung in Nanjing unter Wang Jingwei, einem früheren Führungsmitglied der Nationalisten. Soldaten und Arbeitskräfte aus Japans Kolonien Korea und Taiwan wurden zunehmend für den Kriegseinsatz mobilisiert.
Auf chinesischer Seite führte die nationalistische Regierung unter Chiang Kai-shek die wichtigsten Armeen und bestritt die meisten großen regulären Schlachten. Die Kommunistische Partei Chinas kämpfte mit ihrer Achten Marscharmee und der Neuen Vierten Armee vor allem als Guerilla hinter den japanischen Linien in Nord- und Mittelchina und errichtete dort Stützpunktgebiete. Die Einheitsfront der beiden Parteien war stets angespannt. Es kam auch zu offenen Kämpfen zwischen ihnen, etwa beim Zwischenfall mit der Neuen Vierten Armee im Januar 1941.
Hilfe aus dem Ausland war wichtig. Die Sowjetunion lieferte von 1937 bis 1941 Flugzeuge und gewährte Kredite; außerdem entsandte sie Berater. Die Vereinigten Staaten gewährten Kredite, später auch Hilfe im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes. Hinzu kamen freiwillige Piloten, die als Flying Tigers bekannt wurden. Nach 1941 gelangten Lieferungen auf dem Luftweg über den Himalaya („The Hump“) oder über die Burmastraße nach China. Auch Exilgruppen aus Korea und anderen Ländern kämpften auf Chinas Seite, darunter die Koreanische Befreiungsarmee und das Koreanische Freiwilligenkorps.
Einfach
1937–1938: der umfassende Angriff
In der Nacht zum 7. Juli 1937 lieferten sich japanische und chinesische Truppen an der Marco-Polo-Brücke (Lugouqiao) südwestlich von Peking einen Schusswechsel. Keine Seite gab nach, und innerhalb weniger Wochen hatte Japan Peking und Tianjin besetzt. Im August griffen die Kämpfe auf Shanghai über. Dort setzte Chiang seine besten, von Deutschen ausgebildeten Divisionen ein. Die Schlacht um Shanghai dauerte etwa drei Monate und forderte auf beiden Seiten sehr viele Opfer, bevor sich die chinesischen Truppen im November zurückzogen.
Danach rückten japanische Truppen auf Nanjing vor, die Hauptstadt der nationalistischen Regierung. Die Stadt fiel am 13. Dezember 1937. Was darauf folgte, das Massaker von Nanjing, wird im nächsten Abschnitt beschrieben. Die chinesische Regierung zog zunächst nach Wuhan und später nach Chongqing in Sichuan, weit den Jangtsekiang hinauf. Chongqing wurde zur Hauptstadt während des Krieges.
Im Frühjahr 1938 errangen chinesische Truppen bei Tai’erzhuang in Shandong einen wichtigen Sieg. Er zeigte, dass die japanische Armee besiegt werden konnte. Japan rückte jedoch weiter vor. Um den Vormarsch aufzuhalten, sprengten nationalistische Truppen im Juni 1938 bei Huayuankou die Deiche des Gelben Flusses. Die Überschwemmung tötete Hunderttausende chinesische Zivilisten und machte Millionen Menschen obdachlos. Im Oktober 1938 fielen Wuhan und Guangzhou. Japan kontrollierte nun den größten Teil der chinesischen Küste sowie wichtige Städte und Eisenbahnlinien. China hatte aber nicht kapituliert.
Mittel
Das Massaker von Nanjing
Nach der Eroberung Nanjings am 13. Dezember 1937 töteten japanische Truppen etwa sechs Wochen lang massenhaft chinesische Kriegsgefangene und Zivilisten. Sie vergewaltigten zahlreiche Menschen, plünderten und legten Brände. Gräueltaten im Umland hatten schon früher begonnen und dauerten bis Anfang 1938 an. Große Gruppen entwaffneter Soldaten und Männer, die für Soldaten gehalten wurden, wurden erschossen, mit Bajonetten getötet oder auf andere Weise hingerichtet, häufig am Jangtsekiang. Frauen und Mädchen jeden Alters wurden vergewaltigt, viele von ihnen anschließend getötet. Eine häufig genannte Schätzung geht von etwa 20.000 Vergewaltigungen aus; andere Schätzungen liegen erheblich darüber oder darunter.
Eine kleine Gruppe von Ausländern, die in der Stadt geblieben war, darunter der deutsche Geschäftsmann John Rabe und die amerikanische Missionarin Minnie Vautrin, richtete die Sicherheitszone von Nanjing ein. Dort suchten etwa 200.000 oder mehr Chinesen Zuflucht. Ihre Tagebücher, Briefe und Berichte gehören ebenso wie der Film des Missionars John Magee und Berichte ausländischer Journalisten zu den wichtigsten zeitgenössischen Belegen. Tagebücher japanischer Soldaten und Aussagen chinesischer Überlebender liefern weitere Belege.
Über die Zahl der Opfer wird heftig gestritten. Der Internationale Militärgerichtshof für den Fernen Osten (Tokioter Prozess) kam zu dem Schluss, dass mehr als 200.000 Menschen getötet wurden. Das Kriegsverbrechertribunal von Nanjing nannte 1947 eine Zahl von mehr als 300.000; dies ist die offizielle Zahl in der Volksrepublik China. Viele japanische und westliche Historiker schätzen die Zahl auf mehrere Zehntausend bis etwa 200.000. Die Unterschiede hängen davon ab, wie sie das betroffene Gebiet, den Zeitraum und die Opfergruppe abgrenzen, etwa ob hingerichtete Kriegsgefangene mitgezählt werden. Einige wenige japanische Autoren bestreiten, dass überhaupt ein Massaker stattfand. Die Geschichtswissenschaft weist diese Position überwiegend zurück. General Matsui Iwane wurde nach dem Tokioter Prozess hingerichtet, General Tani Hisao nach dem Tribunal von Nanjing. Prinz Asaka Yasuhiko, ein Mitglied der Kaiserfamilie, das Truppen bei Nanjing befehligte, wurde nie angeklagt.
Mittel
1939–1945: Patt, Weltkrieg und Kriegsende
Ab 1939 geriet der Krieg in eine lange Pattsituation. Japan hielt die Städte und Eisenbahnlinien im Osten, konnte aber das riesige Landesinnere nicht erobern. Von 1938 bis 1943 bombardierte es Chongqing wiederholt und tötete dabei viele Zivilisten. Chinesische Truppen verteidigten Changsha in mehreren Schlachten. 1940 begann die kommunistische Achte Marscharmee die Hundert-Regimenter-Offensive gegen japanische Eisenbahnlinien und Stellungen in Nordchina. Japan antwortete mit brutalen Operationen zur „Säuberung“ kommunistischer Stützpunktgebiete. Die in China als Politik der „Drei Alles“ bekannte Vorgehensweise – alles töten, alles niederbrennen, alles plündern – verwüstete Dörfer.
Nach Japans Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 erklärte China Japan offiziell den Krieg und gehörte fortan zu den Alliierten. 1943 verzichteten Großbritannien und die Vereinigten Staaten auf ihre exterritorialen Rechte in China. Im selben Jahr traf Chiang auf der Konferenz von Kairo Roosevelt und Churchill. Die Erklärung von Kairo versprach, dass Gebiete, die China genommen worden waren, darunter die Mandschurei und Taiwan, zurückgegeben würden und Korea „zu gegebener Zeit“ frei und unabhängig werden sollte. Chinesische Truppen kämpften außerdem in Burma an der Seite britischer und amerikanischer Streitkräfte.
1944 begann Japan mit der Operation Ichi-gō seine größte Offensive des Krieges. Es wollte einen Landkorridor durch China sichern und amerikanische Luftwaffenstützpunkte zerstören. Die Offensive fügte den nationalistischen Armeen schwere Niederlagen zu und schwächte Chiangs Regierung. Das Kriegsende wurde durch Ereignisse außerhalb Chinas herbeigeführt: Die Vereinigten Staaten warfen Atombomben auf Hiroshima (6. August 1945) und Nagasaki (9. August), und die Sowjetunion marschierte am 9. August in die Mandschurei ein. Kaiser Hirohito verkündete am 15. August Japans Kapitulation. Die formelle Kapitulationsurkunde wurde am 2. September in der Bucht von Tokio unterzeichnet; die japanischen Truppen in China kapitulierten am 9. September 1945 in Nanjing.
Mittel
Verluste und Leid der Zivilbevölkerung
Die Opferzahlen sind unsicher und politisch umstritten. Schätzungen der gesamten chinesischen Todesopfer unter Soldaten und Zivilisten von 1937 bis 1945 liegen häufig zwischen etwa 14 und 20 Millionen oder höher. Die chinesische Regierung nennt für 1931–1945 insgesamt 35 Millionen getötete und verwundete Menschen. In den Aufzeichnungen der nationalistischen Armee sind mehr als 1,3 Millionen gefallene Soldaten verzeichnet; die kommunistischen Streitkräfte meldeten mehrere Hunderttausend weitere Tote. Die Zahl der in China gefallenen japanischen Soldaten wird auf etwa 450.000 bis 700.000 geschätzt. Viele Menschen starben durch Hunger, Krankheiten oder die Folgen ihrer Flucht statt unmittelbar im Kampf.
Der Krieg löste eine der größten Flüchtlingskrisen der Geschichte aus. Schätzungen zufolge mussten häufig genannte 80 bis 100 Millionen Chinesen ihre Heimat verlassen. Die absichtliche Zerstörung der Deiche am Gelben Fluss 1938 verursachte eine Überschwemmung, bei der schätzungsweise etwa 400.000 bis 900.000 Menschen starben. Die Hungersnot in Henan 1942–1943, verschärft durch den Krieg, die Beschlagnahmung von Vorräten und staatliches Versagen, kostete möglicherweise ein bis drei Millionen Menschen das Leben.
Japanische Streitkräfte begingen über Nanjing hinaus viele Kriegsverbrechen. Die Einheit 731 bei Harbin führte tödliche Menschenversuche durch und entwickelte biologische Waffen, die gegen chinesische Städte und Dörfer eingesetzt wurden. Japan setzte auch chemische Waffen ein. Das japanische Militär errichtete ein System sogenannter „Troststationen“, in denen Frauen und Mädchen aus Korea, China, Taiwan, den Philippinen, Indonesien und anderen Gebieten zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden. Koreanerinnen bildeten eine der größten Opfergruppen. Ihre genaue Zahl ist unbekannt; Schätzungen reichen von mehreren Zehntausend bis zu wesentlich höheren Zahlen. Zudem wurden Millionen Chinesen sowohl in China als auch in Japan zur Arbeit gezwungen.
Mittel
Korea und der Krieg
Korea war seit 1910 eine japanische Kolonie, und der Krieg in China veränderte das Leben dort stark. Japan machte Korea zu einem Stützpunkt für seinen Krieg und verfolgte eine Politik der „Imperialisierung“ (Kōminka), die Koreaner zu loyalen Untertanen des Kaiserreichs machen sollte. Sie mussten einen Untertaneneid sprechen und an Shintō-Schreinen beten; der Unterricht in koreanischer Sprache wurde eingeschränkt. Ab 1940 wurden Familien gedrängt, Namen nach japanischem Muster anzunehmen. Das Gesetz zur allgemeinen nationalen Mobilisierung von 1938 wurde auch auf Korea angewandt. Ab 1939 wurden Hunderttausende Koreaner, häufig unter Zwang, für die Arbeit in Bergwerken, Fabriken und auf Baustellen in Japan, Korea und anderen Gebieten mobilisiert. Japan führte 1938 ein System „freiwilliger“ Soldaten und 1944 die Wehrpflicht ein. Viele Koreanerinnen wurden Opfer des militärischen Systems der sogenannten „Trostfrauen“.
Gleichzeitig setzte die koreanische Unabhängigkeitsbewegung ihren Kampf in China fort. Die 1919 in Shanghai gegründete Provisorische Regierung der Republik Korea musste die Stadt verlassen, nachdem Yun Bong-gil im April 1932 im Hongkou-Park einen Bombenanschlag auf japanische Führungspersonen verübt hatte. Während die japanischen Truppen vorrückten, zog sie von Stadt zu Stadt und ließ sich 1940 in Chongqing nieder. Dort gründete sie am 17. September 1940 mit Unterstützung der chinesischen nationalistischen Regierung die Koreanische Befreiungsarmee. Ihr Oberbefehlshaber war Ji Cheong-cheon. Im Dezember 1941 erklärte die Provisorische Regierung Japan den Krieg.
Eine weitere Truppe, das Koreanische Freiwilligenkorps, wurde im Oktober 1938 unter Kim Won-bong in Hankou (Wuhan) gegründet. Viele seiner Mitglieder gingen später in kommunistisch kontrollierte Gebiete Nordchinas und bildeten dort die Koreanische Freiwilligenarmee. Die übrigen schlossen sich 1942 der Koreanischen Befreiungsarmee an. Einheiten der Befreiungsarmee arbeiteten an der Front in Indien und Burma mit den Briten zusammen. 1945 trainierten sie mit dem amerikanischen Office of Strategic Services (OSS) für einen geplanten Einsatz in Korea; Japans plötzliche Kapitulation kam diesem Plan zuvor. Nach der Befreiung erkannte die amerikanische Militärregierung die Provisorische Regierung nicht an, und ihre Führungspersonen kehrten als Privatpersonen nach Korea zurück. In Südkorea werden die Provisorische Regierung und die Befreiungsarmee als Wurzeln der Republik geehrt. Die Verfassung verweist auf das Erbe der Provisorischen Regierung.
Mittel
Folgen
Japans Niederlage beendete sein Kolonialreich. Taiwan kam wieder unter chinesische Herrschaft. Korea wurde befreit, aber am 38. Breitengrad in eine sowjetische und eine amerikanische Besatzungszone geteilt. Japan selbst wurde von den Alliierten besetzt. Im Tokioter Prozess (1946–1948) sowie in Verfahren in China und anderswo wurden japanische Führungspersonen und Soldaten wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Einige wichtige Verantwortliche, darunter Mitglieder der Kaiserfamilie und die Leiter der Einheit 731, wurden jedoch nicht vor Gericht gestellt.
In China erschöpften militärische Verluste, Inflation und Korruption die nationalistische Regierung. Die Kommunistische Partei vergrößerte dagegen hinter den japanischen Linien ihre Armee und die von ihr kontrollierten Gebiete. 1946 begann der Bürgerkrieg erneut. 1949 gründeten die Kommunisten die Volksrepublik China; die Nationalisten zogen sich nach Taiwan zurück. Viele Historiker sehen den Krieg gegen Japan als entscheidenden Faktor für diesen Ausgang.
Chinas Rolle im Krieg stärkte auch seine internationale Stellung: Die Republik China wurde eines der fünf ständigen Mitglieder des neu geschaffenen Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Die Beziehungen zwischen Japan und der Volksrepublik China wurden erst 1972 normalisiert. Fragen zu Entschuldigungen, Entschädigungen, Schulbüchern und dem Gedenken belasten die Beziehungen zwischen China, Korea und Japan bis heute.
Mittel
Wie verschiedene Länder an den Krieg erinnern
In der Volksrepublik China nimmt der Widerstandskrieg einen zentralen Platz im nationalen Gedenken und in der patriotischen Erziehung ein. Jahrzehntelang betonte die Kommunistische Partei ihre eigene Rolle im Guerillakrieg und spielte den Beitrag der Nationalisten herunter. Seit den 1980er-Jahren wird der Einsatz der nationalistischen Armeen offener anerkannt. Die Gedenkstätte für das Massaker von Nanjing wurde 1985 eröffnet. 2014 erklärte China den 3. September zum Tag des Sieges und den 13. Dezember zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Massakers von Nanjing. 2017 wurden chinesische Schulbücher angewiesen, einen 1931 beginnenden „vierzehnjährigen Krieg“ darzustellen. In Taiwan stellte die nationalistische Tradition lange Chiangs Führung in den Mittelpunkt des Widerstands. Viele taiwanische Familien erlebten den Krieg hingegen als Untertanen Japans.
In Japan sind die Erinnerungen geteilt. Viele Japaner denken beim Krieg vor allem an das eigene Leid, etwa durch Luftangriffe und die Atombombenabwürfe. Offizielle Erklärungen, besonders die Erklärung von Ministerpräsident Murayama Tomiichi aus dem Jahr 1995, brachten „tiefe Reue“ zum Ausdruck und entschuldigten sich für Kolonialherrschaft und Aggression. Zugleich zeigen Besuche von Politikern am Yasukuni-Schrein, wo auch verurteilte Kriegsverbrecher der Klasse A verehrt werden, und Streitigkeiten über Schulbücher anhaltende Konflikte. Dazu zählen die langjährigen Klagen des Historikers Ienaga Saburō gegen die staatliche Prüfung von Schulbüchern. Einige nationalistische Gruppen verharmlosen oder leugnen das Massaker von Nanjing und den Zwang, der auf die sogenannten „Trostfrauen“ ausgeübt wurde. Viele japanische Historiker und Bürger haben diese Verbrechen dagegen dokumentiert.
In Korea gilt der Krieg als Teil der Kolonialzeit und des Befreiungskampfes. An die Befreiung wird am 15. August erinnert, dem Gwangbokjeol. Das Leid der Zwangsarbeiter und der sogenannten „Trostfrauen“ ist weiterhin ein wichtiges Thema in den Beziehungen zu Japan. Dazu gehören ein in Korea umstrittenes bilaterales Abkommen von 2015 über die „Trostfrauen“ und Gerichtsurteile von 2018 zur Entschädigung von Zwangsarbeitern. Im Westen blieb der Krieg in China lange ein „vergessener“ Teil des Zweiten Weltkriegs. Iris Changs Buch The Rape of Nanking von 1997 und spätere Forschung machten ihn einem breiteren Publikum bekannt.
Fortgeschritten
Primärquellen
Die Quellen zum Krieg sind umfangreich, aber ungleichmäßig überliefert. Viele japanische Militär- und Regierungsakten sind erhalten. Zahlreiche andere wurden jedoch in den Tagen zwischen Japans Kapitulationsentscheidung und der Ankunft alliierter Truppen im August 1945 absichtlich verbrannt. Das erschwert die Forschung zu Gräueltaten und zum System der sogenannten „Trostfrauen“. Archive der nationalistischen Regierung befinden sich hauptsächlich in Taipeh (Academia Historica) und Nanjing (Zweites Historisches Archiv Chinas). Chiang Kai-sheks Tagebücher, die Forschern in den 2000er-Jahren an der Hoover Institution zugänglich gemacht wurden, geben Einblick in seine Entscheidungen. Akten der Kommunistischen Partei sind schwerer zugänglich.
Zu den wichtigsten zeitgenössischen Quellen über das Massaker von Nanjing gehören die Tagebücher von John Rabe und Minnie Vautrin, die Unterlagen des Komitees der Sicherheitszone, Berichte der Journalisten Tillman Durdin und Archibald Steele, John Magees Film, Bestattungsaufzeichnungen von Wohlfahrtsorganisationen wie der Roten Swastika-Gesellschaft, Tagebücher und spätere Aussagen japanischer Soldaten sowie nach dem Krieg gesammelte Aussagen von Überlebenden. Auch die Akten des Tokioter Prozesses und des Tribunals von Nanjing enthalten viele Belege, entstanden jedoch im Rahmen von Gerichtsverfahren.
Für Korea sind die Akten und Veröffentlichungen der Provisorischen Regierung, Dokumente der Koreanischen Befreiungsarmee und Akten des OSS wichtige Quellen. Hinzu kommen Statistiken der japanischen Kolonialverwaltung zur Mobilisierung und mündliche Berichte von Überlebenden der Zwangsarbeit und des Systems der sogenannten „Trostfrauen“. Viele von ihnen sprachen erst in den 1990er-Jahren öffentlich darüber, beginnend mit Kim Hak-suns Aussage von 1991.
Fortgeschritten
Geschichtsschreibung und Debatten
Die Zahl der Todesopfer von Nanjing ist zur politisch am stärksten umstrittenen Zahlenfrage des Krieges geworden. Die japanische Geschichtsschreibung wird häufig in drei Richtungen eingeteilt: eine Schule des „großen Massakers“ mit Historikern wie Hora Tomio, Fujiwara Akira und Kasahara Tokushi, die von mehr als 100.000 bis etwa 200.000 oder mehr Opfern ausgehen; eine „mittlere“ Schule, zu der etwa Hata Ikuhiko mit seiner Schätzung von rund 40.000 gehört; und eine Schule, die das Massaker als „Illusion“ bezeichnet oder leugnet. Chinesische Wissenschaftler vertreten im Allgemeinen die Zahl von 300.000. Das japanisch-chinesische gemeinsame Forschungsprojekt zur Geschichte veröffentlichte 2010 Berichte, in denen Schätzungen japanischer Wissenschaftler von 20.000 bis 200.000 und die Angabe der chinesischen Seite von mehr als 300.000 festgehalten wurden. Die Unterschiede ergeben sich aus der geografischen und zeitlichen Abgrenzung, der Frage, ob hingerichtete Kriegsgefangene mitgezählt werden, der Zuverlässigkeit von Bestattungsaufzeichnungen und Zeugenaussagen sowie der Einwohnerzahl der Stadt vor dem Krieg. Unter Historikern besteht jedoch weitgehend Einigkeit, dass schwere Gräueltaten großen Ausmaßes stattfanden. Ein von Joshua Fogel herausgegebener Sammelband (2000) und Arbeiten von Takashi Yoshida untersuchen, wie in China, Japan und den Vereinigten Staaten an das Massaker erinnert und darüber gestritten wurde.
Eine zweite Debatte betrifft die Frage, wer den Krieg führte. Rana Mitter argumentiert in Forgotten Ally (2013) ebenso wie Hans van de Ven und andere, dass die Nationalisten die Hauptlast der regulären Kämpfe trugen. Chinas langer Widerstand band große japanische Streitkräfte. Dieser Beitrag wurde im Westen und jahrzehntelang auch in der Volksrepublik China unterschätzt. Umstritten ist außerdem die zeitliche Einordnung: Der offizielle chinesische Begriff des „vierzehnjährigen Krieges“ (1931–1945) betont die Kontinuität seit dem Mandschurei-Zwischenfall, während viele Historiker außerhalb Chinas den Beginn des umfassenden Krieges weiterhin auf 1937 datieren.
Historiker, die sich mit Korea befassen, untersuchen die Folgen des Krieges für die koloniale Gesellschaft. Dazu zählen Umfang und Formen der Zwangsmobilisierung, Fragen der Zusammenarbeit mit der Kolonialmacht und des Widerstands sowie die internationale Anerkennung der Provisorischen Regierung. Über den Zwang gegenüber den sogenannten „Trostfrauen“ und Zwangsarbeitern wird in Wissenschaft und Politik weiter gestritten. Im Mittelpunkt stehen Aussagen Überlebender, japanische Militärdokumente, die unter anderem der Historiker Yoshimi Yoshiaki fand, und die Kōno-Erklärung von 1993, in der die japanische Regierung eine Beteiligung des Militärs anerkannte.
Schlachten (40)
- Mukden-Zwischenfall1931
- Befriedung von Mandschukuo1931–1941
- Einheit 7311933
- Massaker von Nanking1937–1938
- Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke1937
- Schlacht um Shanghai1937
- Schlacht um Nanking (1937)1937
- Panay-Vorfall1937
- Schlacht um Taiyuan1937
- Schlacht von Pingxingguan1937
- Schlacht von Xinkou1937
- Defense of Sihang Warehouse1937
- Guanganmen Incident1937
- Schlacht um Wuhan1938
- Schlacht um Tai’erzhuang1938
- Schlacht um Xuzhou1938
- Luftangriffe auf Chongqing1938–1943
- Canton-Operation1938
- Amoy Operation1938
- Schlacht um Changsha1939
- Schlacht um Nanchang1939
- Battle of South Guangxi1939–1940
- Battle of Suixian–Zaoyang1939
- Hundert-Regimenter-Offensive1940
- Battle of Zaoyang–Yichang1940
- Battle of Wuyuan1940
- Schlacht um Changsha1941
- Battle of Shanggao1941
- Battle of South Henan1941
- Battle of South Shanxi1941
- Schlacht um Changsha1942
- Schlacht um die Yunnan-Burmastraße1942
- Schlacht um Yenangyaung1942
- proposed Japanese invasion of Sichuan1942
- Schlacht um Toungoo1942
- Battle of Changde1943
- Massaker von Changjiao1943
- Battle of West Hubei1943
- Schlacht um Nordburma und West-Yunnan 1943–19451943–1945
- Schlacht bei Guilin-Liuzhou1944
Kernideen
- Angriffskrieg
- Japan wollte durch seine Invasion China beherrschen und sich Rohstoffe sichern. Der Tokioter Prozess bewertete den Krieg als Angriffskrieg.
- Widerstand durch Beharrlichkeit
- China gab Raum auf, um Zeit zu gewinnen, verlegte seine Regierung ins Landesinnere und kapitulierte trotz gewaltiger Verluste nicht.
- Gräueltaten und Erinnerung
- Das Massaker von Nanjing, die Einheit 731 und das System der sogenannten „Trostfrauen“ prägen bis heute das Gedenken an den Krieg und die Debatten darüber.
- Katastrophe für die Zivilbevölkerung
- Bombardierungen, Massaker, Überschwemmungen, Hungersnöte und Vertreibung führten dazu, dass Zivilisten die Mehrheit der Opfer ausmachten.
- Mobilisierung in den Kolonien
- Korea und Taiwan wurden durch erzwungene Anpassung an Japan, Arbeitsmobilisierung und Wehrpflicht in Japans Krieg hineingezogen.
- Koreanischer Unabhängigkeitskampf
- Die Provisorische Regierung und die Koreanische Befreiungsarmee kämpften von China aus für Koreas Befreiung.
- Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg
- Der Krieg schwächte die Nationalisten und stärkte die Kommunisten. Dadurch beeinflusste er den Ausgang des chinesischen Bürgerkriegs.
Einträge
- 1931 — Mandschurei-Zwischenfall bei Mukden am 18. September; Japan besetzt die Mandschurei.
- 1932 — Mandschukuo wird gegründet; Yun Bong-gil verübt im April einen Anschlag im Hongkou-Park in Shanghai.
- 1936 — Der Zwischenfall von Xi’an ebnet den Weg für eine Einheitsfront von Nationalisten und Kommunisten.
- 1937 — Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke (7. Juli); Schlacht um Shanghai; Nanjing fällt (13. Dezember), und das Massaker beginnt.
- 1938 — Sieg bei Tai’erzhuang; Zerstörung der Deiche am Gelben Fluss; Gründung des Koreanischen Freiwilligenkorps; Wuhan und Guangzhou fallen.
- 1940 — Regime Wang Jingweis in Nanjing; Gründung der Koreanischen Befreiungsarmee in Chongqing (17. September); Hundert-Regimenter-Offensive.
- 1941 — Zwischenfall mit der Neuen Vierten Armee (Januar); Angriff auf Pearl Harbor (7. Dezember); China und die koreanische Provisorische Regierung erklären Japan den Krieg.
- 1943 — Die Erklärung von Kairo verspricht die Rückgabe der Mandschurei und Taiwans sowie die Unabhängigkeit Koreas „zu gegebener Zeit“.
- 1944 — Japans Operation Ichi-gō; Japan führt in Korea die Wehrpflicht ein.
- 1945 — Atombombenabwürfe und sowjetischer Einmarsch in die Mandschurei (August); Japan kapituliert (15. August); Kapitulation in Nanjing (9. September).
- 1946 — Der Tokioter Prozess beginnt (bis 1948); der chinesische Bürgerkrieg bricht erneut aus.
Glossar
- Nationalistische Partei (Guomindang)
- Die Partei, die unter Chiang Kai-shek die Republik China regierte.
- Kommunistische Partei Chinas
- Die von Mao Zedong geführte Partei, die Japan vor allem mit Guerillakrieg bekämpfte und 1949 den Bürgerkrieg gewann.
- Einheitsfront
- Das Kriegsbündnis zwischen Nationalisten und Kommunisten gegen Japan.
- Mandschukuo
- Ein Marionettenstaat, den Japan 1932 im Nordosten Chinas errichtete.
- Kollaborationsregime
- Eine Regierung, die mit einer Besatzungsmacht zusammenarbeitete, etwa Wang Jingweis Regierung in Nanjing.
- „Trostfrauen“
- Eine beschönigende Bezeichnung für Frauen und Mädchen, die zur sexuellen Sklaverei für das japanische Militär gezwungen wurden.
- Kōminka
- „Imperialisierung“: japanische Maßnahmen, die Menschen in den Kolonien zwangen, japanische Sprache, Namen und Religion anzunehmen.
- Provisorische Regierung Koreas
- Die 1919 in Shanghai gegründete koreanische Exilregierung, die ab 1940 ihren Sitz in Chongqing hatte.
- Koreanische Befreiungsarmee
- Die 1940 in Chongqing gegründete Armee der Provisorischen Regierung Koreas.
- Tokioter Prozess (IMTFE)
- Das Verfahren vor dem Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten, der 1946–1948 japanische Führungspersonen wegen Kriegsverbrechen anklagte.
Fragen und Antworten
Wie begann der Krieg?
Ein Zusammenstoß zwischen japanischen und chinesischen Truppen an der Marco-Polo-Brücke bei Peking am 7. Juli 1937 weitete sich zu einem umfassenden Krieg aus. Zuvor hatte Japan seinen Einfluss jahrelang ausgedehnt und 1931 die Mandschurei besetzt.
Was war das Massaker von Nanjing?
Nachdem japanische Truppen Nanjing im Dezember 1937 erobert hatten, töteten sie mehrere Wochen lang zahlreiche Gefangene und Zivilisten. Sie begingen außerdem massenhaft Vergewaltigungen und plünderten. Das Massaker zählt zu den schlimmsten Gräueltaten des Krieges.
Warum werden für Nanjing unterschiedliche Opferzahlen genannt?
Es gibt nur begrenzte Aufzeichnungen, und das betroffene Gebiet, der Zeitraum und die Opfergruppen werden unterschiedlich abgegrenzt. Gerichte nach dem Krieg stellten mehr als 200.000 beziehungsweise mehr als 300.000 Tote fest; viele Historiker schätzen die Zahl auf mehrere Zehntausend bis etwa 200.000. In der Geschichtswissenschaft besteht weitgehend Einigkeit, dass ein Massaker stattfand.
Was taten Koreaner während des Krieges?
Korea war eine japanische Kolonie. Viele Koreaner wurden gezwungen, für Japan zu arbeiten oder zu kämpfen, und koreanische Frauen wurden zur sexuellen Sklaverei gezwungen. Gleichzeitig gründeten koreanische Unabhängigkeitskämpfer in China die Koreanische Befreiungsarmee und das Koreanische Freiwilligenkorps, um gegen Japan zu kämpfen.
Kämpfte China allein?
Von 1937 bis 1941 erhielt China etwas Hilfe, besonders von der Sowjetunion, kämpfte aber weitgehend allein. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor gehörte es zusammen mit den Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Sowjetunion zu den Alliierten.
Begann der Krieg 1931 oder 1937?
Der umfassende Krieg begann 1937. Die offizielle chinesische Geschichtsschreibung spricht heute jedoch von einem vierzehnjährigen Krieg ab dem Mandschurei-Zwischenfall von 1931. Historiker verwenden je nach Schwerpunkt beide Daten.
Warum sorgt dieser Krieg bis heute für Spannungen?
Streit über Entschuldigungen, Entschädigungen für Opfer wie die sogenannten „Trostfrauen“ und Zwangsarbeiter, Schulbücher und Gedenkorte wie den Yasukuni-Schrein belastet weiterhin die Beziehungen zwischen China, Korea und Japan.
Wie viele Menschen starben?
Eine genaue Zahl gibt es nicht. Die Zahl der chinesischen Todesopfer wird häufig auf 14 bis 20 Millionen oder mehr geschätzt; die meisten waren Zivilisten. In China starben ungefähr eine halbe Million oder mehr japanische Soldaten.
Quellen und weiterführende Literatur
- Second Sino-Japanese War. Wikipedia
- Nanjing Massacre. Wikipedia
- Nanjing Massacre denial. Wikipedia
- Comfort women. Wikipedia
- Korean Liberation Army. Wikipedia
- 한국광복군 (Korean Liberation Army). Encyclopedia of Korean Culture, Academy of Korean Studies
- 조선의용대 (Korean Volunteer Corps). Encyclopedia of Korean Culture, Academy of Korean Studies
- 조선인 강제동원 (Forced mobilisation of Koreans). Encyclopedia of Korean Culture, Academy of Korean Studies
- Rana Mitter, Forgotten Ally: China's World War II, 1937–1945. Houghton Mifflin Harcourt, 2013
- Joshua A. Fogel (ed.), The Nanjing Massacre in History and Historiography. University of California Press, 2000
Mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben aufgeführten veröffentlichten Quellen verfasst und bei neuen Forschungsergebnissen überarbeitet.